Ein Lebenshof ist ein wundervolles Projekt und je mehr von diesen besonderen Orten erschaffen werden, desto besser. Denn die Not der Tiere in unserer Welt ist groß. Fühlst du dich auch gerufen, mehr für Tiere und Natur zu tun? Aktiven Tierschutz zu leben und mit deinem Projekt die Welt ein Stück besser zu machen? Dann gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest, damit du einen leichten und guten Start hast.
Lebenshofgründung Fehler Nr. 1: Du nimmst gleich zu viele Tiere auf
Warum ist das ein Fehler?
Du siehst die Not der Tiere und möchtest helfen, doch du kannst nicht alle retten. Das ist eine der größten Herausforderungen am Lebenshof. Lernen Nein zu sagen ist schmerzhaft und schwierig. Theoretisch kannst du in einem Tag deinen ganzen Hof voller Tiere haben. Aber Achtung: Gerade wenn du mit deinem Lebenshof-Projekt startest solltest du sehr gut überlegen, welche Tiere du aufnehmen kannst. Wenn du zu viele Tiere gleichzeitig aufnimmst, bleibt dir nicht genug Zeit, dich um jedes ankommende Wesen zu kümmern.
Dann kann dir ganz schnell alles über den Kopf wachsen. Es kann auch zu chaotisch werden in den Ställen der Tiere, denn sie müssen sich selbst erst finden und sich dann an die neuen Artgenossen gewöhnen. Die Eingewöhnungsphase ist ein ganz wichtiger Punkt, für den du die Zeit, Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen brauchst. Um Harmonie am Hof und in den Ställen zu haben, darfst du den Tieren viel Zeit lassen, sich einzufinden.
So vermeidest du diesen Gründungs-Fehler
Überlege dir vor der ersten Aufnahme, welche Tiere gut zu dir und deinen Bedingungen passen. Sind die Ställe dafür vorbereitet, das notwendige Weideland uns Auslauf vorhanden? Jedes Tier braucht mindestens einen Artgenossen, kommen sie von verschiedenen Plätzen, dann plane den Ankunftstag bei dir am selben Tag. Nimm dir Zeit an dem ersten Tag der Ankunft, damit du alles gut überschaust.
Du wirst sehen, ein jedes Tier möchte gesehen werden und sei es noch so klein. Damit du ihnen volle Aufmerksamkeit geben kannst, ist es gut, die ersten neuen Tiere haben sich eingelebt, bevor Neue dazukommen. Die Tiere sollten auch irgendwie zusammenpassen, damit sie miteinander harmonieren. Um gute Partner für die Tiere zu finden, solltest du ihr Wesen etwas einschätzen können und dafür musst du sie erst mal ein wenig besser kennenlernen. Dann wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, kannst du dich ja wieder öffnen für Neuankömmlinge.
Hör immer auf deine Intuition bei der Entscheidung für eine Aufnahme, ist da ein mulmiges Bauchgefühl, dann lass es los und spüre nochmals besser hinein. Also auch wenn es Herzensentscheidungen sind, die du treffen musst, wäge vorher in Ruhe ab, ob es machbar ist. Bei großer Unsicherheit hast du auch immer noch die Möglichkeit mit jemandem darüber zu reden oder eine telepathische Tierkommunikation mit diesem Tier zu machen.

Lebenshofgründung Fehler Nr. 2: Du hast keinerlei Erfahrung in Tierpflege
Warum ist das ein Fehler?
Tiere, die du über den Tierschutz aufnimmst, kommen oft aus schlechter Haltung, sind krank, verletzt, alt oder traumatisiert. Auch Tiere, die es bisher gar nicht so schlecht hatten, sind oft wochenlang durcheinander, bis sie sich entspannen können. Wenn du dir dann bei der Lebenshofgründung nicht zu helfen weißt, wie du körperliche und seelische Wunden pflegen kannst oder wie du mit einem aggressiven Tier umgehst, könnte es schwierig werden.
Tierpflege bedeutet nicht nur, Ställe zu säubern und zu füttern. Du bist die neue Bezugsperson für die aufgenommenen Tiere und du hast die Verantwortung für den Rest ihres Lebens übernommen. Kommst du mit der Körpersprache des jeweiligen Tieres zurecht, weißt du wie du den Umgang gestalten kannst? Um wirklich souverän agieren zu können, ist es gut, wenn du nicht bei jeder Kleinigkeit einen Tierarzt oder Tierpsychologen zurate ziehen musst, sondern dir selbst zu helfen weißt.
So vermeidest du diesen Gründungs-Fehler
Ich biete genau dafür die Happy Animals Workshops an, dort lernst du einiges über natürliche Tierpflege, Wahrnehmung von Tieren und selbstbestimmtes Handeln. Kauf dir ein paar gute Bücher über die Tierarten, die du aufnehmen möchtest und sieh dir Projekte an, an denen solche Tiere leben. Recherchiere über ihre artgerechten Bedürfnisse und mache ein Praktikum in einem passenden Betrieb.
Übe dich in Selbstverbindung, denn dann kannst du auch leichter in Verbindung mit den Tieren sein. Dann spürst du rechtzeitig, wenn ein Tier dieses oder jenes benötigt und kannst handeln. Nimmst du beispielsweise traumatisierte Hunde oder Pferde auf, dann wäre etwas Hintergrundwissen ratsam, um Verletzungen und Unfälle zu vermeiden.

Lebenshofgründung Fehler Nr. 3: Du unterschätzt die Kosten
Warum ist das ein Fehler?
Wenn du einmal gestartet bist und Tiere an deinem Lebenshof leben, solltest du gewährleisten können, dass sie alles haben, was sie zum Leben brauchen. Du hast die Unterbringung, Ausläufe und Weideflächen für dich geklärt. Doch wie sieht es aus, wenn Krankheiten auftreten und Tierarztkosten verursachen? Selbst wenn es "nur" ein Meerschweinchen ist, dass eine Zahnbehandlung braucht, kann das erhebliche Kosten verursachen. Nimmst du Pferde auf, dann kommt da noch so einiges mehr: jährliche Zahnbehandlung, alle 6 Wochen Hufbearbeitung, sofern sie gesund sind und diverse Extrafutter.
Manches Tier benötigt über lange Zeit teure Medikamente oder kranke Hufe müssen zum Beispiel alle 3-4 Tage ausgeschnitten werden. Wer verrichtet diese Arbeiten und wie bezahlst du diese? Dann brauchst du Einstreu, Heu, Geld für immer anfallende Reparaturen am Hof und vielleicht auch noch eine Versicherung für alles. Wenn du dann keine Mittel zur Verfügung hast gefährdest du deine Sicherheit und die der Tiere.
So vermeidest du diesen Gründungs-Fehler
Rechne dir vorher kurz durch, was du an anfallenden Kosten hast für Stallungen, Weidefläche, Wasser, Strom , Werkzeuge, Maschinen, Versicherungen, Futtermittel, Medikamentenpauschale, Operationen, Zahnbehandlungen, Huf- und Klauenpflege, Scheren, Tierpflege-Produkte, Equipement, Urlaubsvertretung, Wochenenddienste, Weidepflege, Nahrungsergänzungsmittel und Zusatzfutter, Mistentsorgung, Lagerhallen für Futtermittel usw.
Dann passe die Aufnahme der Tiere an die vorhandenen Mittel an. Überlege dir, womit du regelmäßige Einnahmequellen generieren könntest. Ich hatte in den ersten 15 Jahren wöchentliche Tierpflegekurse für Kinder und Jugendliche gegeben, Natural-Horsemanship-Kurse oder Ferienkurse. Das ist übrigens eine gute Möglichkeit, wenn du selbst noch Kinder hast, denn dann kannst du deine eigenen Kinder selbst betreuen und gleichzeitig noch Geld verdienen.
Wenn Tiere gut gepflegt werden und glücklich sind, dann können sie oft sehr lange leben, was ja wundervoll ist. Aber rechne damit und überlege vor der Aufnahme eines Tieres auch, welche Lebenserwartung es hat und ob du es dann immer noch versorgen kannst.

Lebenshofgründung Fehler Nr. 4: Du unterschätzt die anfallenden Arbeiten
Warum ist das ein Fehler?
Wächst dir die Arbeit über den Kopf, hast du ein Problem. Wer versorgt dann all die Tiere, wer macht den Stall, wer macht die Besorgungen von Futtermitteln und wer ist dann die tragende Säule in deinem Projekt. Du hast nur so viele Kräfte, wie du eben zur Verfügung hast. Und selbst wenn man zu Anfang mit neuem Schwung einiges wuppen kann, kommt eventuell ein Punkt der körperlichen Erschöpfung.
Dann kann Unmut, Frustration oder Verzweiflung aufkommen und du fällst vielleicht aus. Es gibt mit Tieren keine Zeiten, in denen sie dich nicht brauchen. Kommen Krankheiten bei den Tieren dazu, kann es schon mal sein, dass du Nachtwache im Stall schieben darfst oder Tag und Nacht Medikamenten in kurzen Zeitabständen geben musst. Es kann immer etwas auftreten und dann geht es manchmal an die Grenzen dessen, was man noch schafft.
So vermeidest du diesen Gründungs-Fehler
Checke ganz realistisch, wie viel du arbeiten kannst, wie deine körperliche Verfassung ist und wer die Arbeit erledigt, wenn du Unterstützung brauchst. Im Idealfall bist du nicht ganz auf dich alleine gestellt, denn wir sind keine Maschinen und jeder hat mal schlechtere Tage. Bei mir ist da noch die Familie, die das eine oder andere mal mithelfen kann. Wenn du die finanziellen Mittel hast, eine Arbeitskraft einzustellen, wäre das prima.
Möchtest du weiterhin verreisen und Urlaube genießen? Dann brauchst du eine fähige, verantwortungsvolle Kraft für die Urlaubsvertretung. Diese sollte eingearbeitet sein und im besten Falle die Tiere auch kennen. Denn für die Tiere bist du die Konstante, die Vertrauensperson auf die sie sich verlassen. Sie werden sich unter Umständen auch bei anderen Menschen ganz anders verhalten, als sie das bei dir tun.

Lebenshofgründung Fehler Nr. 5: Du hast die notwendigen Ställe, Ausläufe und Weideflächen nicht
Warum ist das ein Fehler?
Wenn du Tiere auf nimmst und dann nicht weißt, wo du sie unterbringst gerätst du leicht in Stress. Die Neuankömmlinge brauchen aber deine Gelassenheit. Du weißt nie wirklich, in welcher Verfassung körperlich oder seelisch ein Tier ist. Das wird dir meist erst klar, wenn es dir übergeben wird. Manchmal benötigst du einen Quarantänebereich, wenn ein Tier erst gesunden darf, bevor es zu den anderen gelassen werden kann.
Es kann manchmal sehr lange dauern, bis ein traumatisiertes Tier wieder Vertrauen fasst, deshalb solltest du auf sichere Umzäunungen setzen. Du brauchst funktionierende Weidezaungeräte und auch die Möglichkeit bestimmte Bereiche für einige Zeit abteilen zu können.
Wenn die Tiere erst mal da sind, haben sie ihre Bedürfnisse und brauchen Freiraum und Weideland. Du wirst sehen, dass die Tiere in Offenstallhaltung sehr viel fressen und es einige Zeit dauert, bis das Gras nachwächst.
So vermeidest du diesen Gründungs-Fehler
Überlege dir, wie du deine vorhandenen Räumlichkeiten optimal nutzen kannst und ebenso die Weideflächen. Bereite alles so vor, dass die ankommenden Tiere direkt einen Platz zur Verfügung haben, an dem sie ankommen können. Berechne dir vorher, wie viel Weidefläche du zur Verfügung hast und für welche Tiere diese ausreicht. Bereite für Schlechtwetterperioden Paddocks vor, die du abteilen kannst.
Aus der Praxis kann ich sagen, dass Weidepanels am besten funktionieren. Sie sind stabil, witterungsbeständig, praktisch in der Handhabung und absolut sicher. Du hast in wenigen Minuten einen Paddock umgebaut und bist immer flexibel. Holz ist definitiv schöner, hält aber nur kurze Zeit.
Plane die Ställe der Tiere so, dass die Tierarten zusammenpassen. Jede Tierart hat andere Bedürfnisse, recherchiere also erst, was das jeweilige Tier für ein artgerechtes Leben benötigt und richte dich so ein. Denn wenn die Tiere ankommen, sollte alles vorbereitet sein, damit du die nötige Ruhe und Gelassenheit hast, um dem gestressten Tier zu helfen. Streue also vorher schon die Ställe ein oder bereite Abtrennungen vor, wenn ein Tier noch nicht in die Herde gebracht werden kann.

Fazit: So startest du leicht und sicher mit deinem Lebenshof-Projekt
Ein Lebenshof ist keine Tiervermittlung, sondern Tiere finden hier eine Heimat für den Rest ihres Lebens. Es wäre so traurig, wenn du mit deinem Projekt eine Bruchlandung hinlegen würdest. Denn dann müssten all die Tiere wieder weitervermittelt werden und würden erneut ihre Heimat verlieren.
Genauso ungünstig wäre es auch, wenn du unter Stress gerätst, dich gleich zu Beginn überforderst und du dann auf halber Strecke die Motivation oder Kraft verlierst. Deshalb ist meine Empfehlung, dir über einige Punkte klar zu werden, bevor du dein Projekt startest. Erstelle dir eine Liste mit allen Punkten, die du klären möchtest.
Wie wäre es, wenn du einmal auf einem oder mehreren Lebenshöfen mithelfen würdest, um einen Tag am Lebenshof hautnah mitzuerleben?
Mit ein wenige Planung uns Struktur wirst du einen wunderbaren Start hinlegen und ganz viel Freude mit dieser wundervollen Arbeit haben. Und auch wenn es viel Arbeit ist einen Lebenshof zu führen, wird dir jeden Tag so viel Freude geschenkt und im Laufe der Zeit wird sich ein positives Energiefeld aufbauen, dass du nicht mehr missen möchtest und von dem Mensch und Tier profitiert. Ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinem Wirken für die Tiere!
COMING SOON:
In Kürze entsteht mein neues Freebie: "Vom Herzenstraum zum Lebenshof - Deine Checkliste für einen guten Start"
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Dein Weg zum eigenen Lebenshof – Beratung für Lebenshof-Gründer
Den Traum vom Lebenshof mit Struktur und Klarheit ins Leben bringen. Profitiere von meiner fundierten Erfahrung, erkenne die wichtigsten Schritte und lege die Basis für ein sicheres Lebenshof-Projekt.

Pures Leben eben! Das ist meine Philosophie, nach der ich lebe. Die Natur ist meine Krafttankstelle und meine Heimat.
Seit über 30 Jahren lebe und arbeite ich mit Tieren in der Natur und folge einem bewussten, einfachen Lebensstil. Seit dem 22.5.2023 teile ich auf meinem Blog meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Inspirationen, die dich ermutigen können, wieder näher zu dir selbst und zu deiner Natürlichkeit zu finden.
Ich bin überzeugt: Natürlichkeit und Einfachheit sind der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden, Freude und Selbstbestimmung. Mehr über mich erfährst du hier.








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