Seit über 30 Jahren pflege ich Tiere am Lebenshof und stelle mir gelegentlich die Frage: Macht das alles überhaupt Sinn? Denn die Not der Tiere in unserer Welt ist so groß, die Missstände unübersehbar. Mein Tun und Wirken mit einem kleinen Lebenshof ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Was kann ich damit schon bewirken?
Dieses Plädoyer ist für all jene, die still wirken, ohne dass die Welt es sieht. Für die, die Tag für Tag, 365 Tage im Jahr, Verantwortung für Tiere übernehmen und Leben bewahren. Für diejenigen, die manchmal trotzdem an ihrem eigenen Wert zweifeln. Denn gerade diese Arbeit, die leise, unscheinbar und ohne Aufmerksamkeit geschieht, ist von unschätzbarem Wert.
Und es ist für all jene, die sich wünschen, im Kleinen etwas für Tiere zu tun und die überlegen, einen Lebenshof zu gründen, aber noch unsicher sind oder über die Sinnfrage stolpern.
Plädoyer für das stille Wirken an einem Lebenshof
Lebenshöfe sind unverzichtbar
Denn die Tierrettung ist das Eine – aber was kommt danach?
Wirken im Verborgenen, ohne äußeren Erfolg und Anerkennung
Wenn spektakuläre Tierrettungen durchgeführt sind, beginnt der Alltag mit den Tieren.
Macht die Hilfe im Kleinen überhaupt Sinn?
Oh ja, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es sich für jedes einzelne lohnt, das gerettet werden kann.
Tierrettung, Tierschutz und Lebenshöfe sind untrennbar miteinander verbunden.
Ohne die mutigen Tierschützer und Aktivisten, die Tiere retten, gäbe es keine zweite Chance für sie. Wir brauchen all die starken, mutigen Kämpfer für die Tiere. Sie vollbringen unfassbare Leistungen. Die Aufdeckung von Missständen in der Tierhaltung gestaltet sich oft sehr schwierig. Ich erwähne hier gerne die Soko Tierschutz, die barbarische Zustände in Ställen aufdecken und schon viel Gutes für die Tiere bewirken konnte. Oder Marc Robert Lehmann, der sich mit Mission Erde e. V. für die Tiere unserer Erde einsetzt.
Unter extremen Belastungen müssen sie den Anblick von schauderhaftem Tierleid ertragen und stellen ihr Eigenwohl in den Hintergrund, um helfen zu können. Um etwas bewirken zu können, damit die Tierquälerei ein Ende findet. Ich habe Hochachtung vor all diesen Menschen, die sich trotz der psychischen Belastungen einsetzen. Was sie mit ihren Augen sehen müssen, kann nicht jeder Mensch ertragen.
Jeder Einzelne wird gebraucht im Kampf gegen das Tierleid. Überall auf der Welt sind Tierschützer im Einsatz, um Tiere zu retten. Ob durch Öffentlichkeitsarbeit, Aufdeckung, Kastrationen, Vermittlungen, Demonstrationen oder verdeckte Ermittlungen und die Erstellung von Filmmaterial wie z. B. von Mission Erde über diese abartigen Grausamkeiten, die im Verborgenen stattfinden:
– Unmenschliche Ferkelzucht-Fabrik
– Das entsetzliche Leid der Kühe in derartigen Folterbetrieben
– Undercover in der Pelzfarm
– Fürchterliches Leid der Hühner
Achtung: Bevor du diese Filme anschaust, überlege, ob du das verkraften kannst. Ich kann es nicht länger als ein paar Sekunden ertragen. Ich ertrage nicht einmal den Anblick, doch was muten wir all den unschuldigen Tieren, diesen wundervollen Lebewesen zu? Was passiert hier? Und das in einer Zeit, in der es noch nie zuvor so leicht war, vegan zu leben. Die Menschen müssen aufhören, Fleisch und tierische Produkte zu essen.

Tierrettung und dann? Lebenshöfe sind unverzichtbar.
All die geretteten Tiere brauchen einen Platz, ein Zuhause, einen Ort, an dem sie sicher sind. Pflegestellen und Auffangstationen zur Weitervermittlung sind kurzfristige, hilfreiche Möglichkeiten. Doch ohne Lebenshöfe wäre die Tierrettung nur ein erster Schritt. Traumatisierte, hilflose, verängstigte Tiere brauchen einen festen Platz, um heilen zu können. Vermittlungen bedeuten erneuten Stress für die Tiere. Ein Lebenshof ist ein Ort, an dem Tiere ein Zuhause finden, an dem sie physisch und psychisch heilen können und allmählich in ihrem ureigenen Tempo Vertrauen fassen können.
Ein Lebenshof braucht also Menschen, die bereit sind, 365 Tage im Jahr eine liebevolle Pflege und Betreuung zu gewährleisten. Die finanziellen Mittel dafür sind nicht unerheblich und müssen aufgebracht werden. Der notwendige Raum muss gegeben sein, Weideland und Stallungen müssen der Art der Tiere entsprechend vorhanden sein. Somit wird klar, dass jeder noch so kleine Lebenshof unverzichtbar ist und gebraucht wird.

Vertrauen zurückgeben, Traumata lindern, ein sicheres Zuhause schenken.
Traumatisierte Tiere haben oftmals einen langen Weg vor sich, bis sie wirklich wieder Vertrauen in Menschen aufbauen können. Zum Glück kommen nicht alle Tiere aus den oben erwähnten Gräuel-Tatorten. Doch Trauma kann auch bei weniger widrigen Lebensumständen der Tiere entstehen, das darf man nicht unterschätzen. Es gibt da kein Schema, denn jedes Tierwesen ist einzigartig und auch seine Lebensgeschichte.
In all den Jahren als Tierpflegerin am Lebenshof Naturreich habe ich so viele Tiere mit ihren Schicksalen kennengelernt. Manche sind schon nach wenigen Wochen oder Monaten so gut angekommen und aufgeblüht. Manche haben Jahre gebraucht, um zu vertrauen, und manche konnten ihr Trauma vielleicht nie vollständig erlösen.
Wir unterstützen bei uns am Lebenshof diese Prozesse mit Aromapraktik, kalifornischen Blütenessenzen, telepathischer Tierkommunikation, Naturkraft, Energetik und einem guten Einfühlungsvermögen. Vorallem aber lassen wir den Tieren die Zeit, die es eben braucht. Wir haben keine Erwartung an die Tiere und nehmen sie so an, wie sie sind. Manchmal genügen schon artgerechte Umgangsformen, umfangreiche natürliche Fütterung oder mehr Lebensraum, dass die Tiere in die Heilung kommen.

Eine andere Art von Erfolg
Für mich ist der Lohn des Tierpflegers, das Leuchten in den Augen zufriedener Tiere. Nach all den Jahren habe ich noch immer große Freude an dieser Arbeit und liebe, was ich tue. Es ist so schön zu sehen, wie Tiere heilen, gesunden, sich wieder aufrichten und ihr wahres Wesen wieder aufleuchten kann. Sie entfalten eine solche Schönheit und ein solches Strahlen. Ein jedes Tier möchte geliebt werden, gesehen und gehört werden.
Wenn sie allmählich beginnen, uns Menschen zu vertrauen und sie sich sicher fühlen beginnt Veränderung. Wir schauen immer, das jedes Tier Artgenossen hat und das hilft den Tieren schon ganz viel, wenn sie nach ihrer Natürlichkeit leben können. Können Rudeltiere im Rudel leben, Herdentiere in Herden können sie ihre Anspannungen loslassen, die Tiergemeinschaft trägt sie mit und sie finden wieder mehr zu ihrer Ursprünglichkeit.
Mit den Tieren, in der Natur auf einem Lebenshof zu leben ist wie Wurzeln und Flügel zugleich. Es ist ein Geschenk so natürlich und in Einfachheit leben zu dürfen. Jeden Tag aufs Neue kannst du von den Tieren lernen, ihre Gegenwart ist pure Faszination. Im Leben mit Tieren kommst du dir selbst ganz nahe, findest zu einer feinen Wahrnehmung und Verständigung. Jede Tierart hat so ihre ganz eigene Energie und in jeder Tiergattung unterscheiden sich wiederum einzelne Tierwesen. Sie sind genauso einzigartig, wie wir.
Die Sprache der Tiere ist klar und eindeutig, ihre Wahrnehmung sehr fein und genau. Sie lesen dich in jedem Augenblick und du kannst ihnen nichts vormachen. Sie sind fühlende, liebende und gebende Wesen. Fängst du an sie wirklich zu verstehen, erwächst eine Verbindung, die einer Gnade gleicht. Die Gegenwart von Tieren hat etwas heiliges. Unsere Verantwortung ist es, ihr Energiefeld nicht zu stören, ihre Harmonie in der sie leben.
So bist du aufgefordert, dein eigenes System möglichst rein zu halten und den Lebensraum der Tiere respektvoll zu achten. Wenn wir nicht mehr stören, sondern Teil der Tiergemeinschaft sind
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Wurzeln & Flügel

Jeder Lebenshof wird gebraucht
So wird also jeder noch so kleine Lebenshof gebraucht, denn die Not der Tiere ist groß. Es ist nur leider so, dass der Platz und die Kapazitäten an Lebenshöfen begrenzt sind. Die Versuchung ist riesengroß, immer weitere Tiere aufzunehmen, denn wir wollen ja alle helfen. Doch es braucht hier eine realistische Einschätzung. Wir müssen immer abwägen, ob wir die finanzielle und arbeitstechnische Kapazität dafür haben und wie die Konstellationen der Tiere am Hof sind. Ein harmonischer Ablauf innerhalb des Tierbestandes sollte möglich sein.
Wir müssen bedenken, mit welchen Krankheiten Tiere ankommen und ob wir in der Lage sind, sie aufzufangen. In den letzten 30 Jahren habe ich viele Lebenshöfe entstehen sehen, aber so manchen auch wieder vergehen. Wir sind keine Tiervermittlung, sondern geben Tieren nach Möglichkeit ein Zuhause auf Lebenszeit. Und bei guter Pflege und glücklichen Tieren, kann die Lebenserwartung immens hoch sein. Wir haben da schon so manche Lebenserwartung in Schulbüchern übertroffen. Was für eine Freude.
Doch es sollte uns bewusst sein, wie hoch die Lebenserwartung einzelner Tiere ist und ob wir wirklich in der Lage und bereit sind, die Tiere bis zu ihrem Lebensabend zu betreuen. Pferde können etwa ein Alter von ca. 35–40 Jahren erreichen. Und das ist eine sehr langfristige Entscheidung, die dann auch über Zeiten von lebensverändernden Umständen hinaus wirksam ist. Es ist mit eine der schwersten Entscheidungen, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und nicht leichtfertig noch mehr Tiere aufzunehmen. Doch mit der Zeit lernt man das, und wenn du unsicher bist, verbinde dich mit erfahrenen Lebenshof-Betreibern und lerne aus ihren Erfahrungen. Oder buche dir ein gratis Beratungsgespräch bei mir.
Liebe, Geduld und Alltag
Tierrettung ist aufregend und macht so viel Freude. Doch wie schon erwähnt können die wenigsten von uns Lebenshof-Betreibern endlos aufnehmen. Und was nach der Tierrettung kommt, ist der Alltag. Die täglichen Routinen von Montag bis Sonntag, an Feiertagen, bei Extremwetterlagen und auch dann, wenn gefühlt alle anderen auf Urlaubsreisen sind. Was dann auch kommt, sind Kosten für die Haltung, Fütterung und Behandlungskosten, und diese sind in der heutigen Zeit nicht unerheblich.
Dann zeigt es sich, ob die Liebe zu den Tieren ausreicht, das Eigenwohl zurückzustellen und weiterhin mit Begeisterung tätig zu sein. Denn eins ist klar: Immer wiederkehrende Stallarbeiten können ganz schön anstrengend sein. Zu Anfang gibt es vielleicht noch keine Aushilfskräfte und du trägst alle Verantwortung auf deinen Schultern. Und da wir alle Schwankungen unterliegen, sind wir auch nicht jeden Tag gleich belastbar.
Ich gebe zu, jedes Jahr in der Sommerzeit, wenn die ganze Familie verreist, rutsche ich in eine kleine, aber schon bekannte Krise. Dann muss man sich manchmal beSINNEN auf die eigene Ausrichtung und den Wert des eigenen Wirkens.
Macht die Hilfe im Kleinen überhaupt Sinn?
Oh ja, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es sich für jedes einzelne lohnt, das gerettet werden kann.
Ein einzelnes Tier zu retten, verändert nicht die Welt,
aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier!
Und so ist es. Ein jedes Tier, egal wie groß oder klein es ist, hat ein Recht auf Schutz, so sagte schon Franz von Assisi. Nach 30 Jahren weiß ich, was es heißt, einen Lebenshof zu betreiben. Und ich wünsche mir, dass unser im Juli 2025 gegründeter Verein Lebenshof Naturreich e.V. wächst und so groß wird, dass wir noch viel mehr Tieren helfen können. Wir suchen einen größeren Hof mit mindestens 10 ha Weideland, damit noch weitere Großtiere aufgenommen werden können.
Je mehr Lebenshöfe heranwachsen, desto mehr Kapazitäten werden frei. Lasst uns dieses Wirken auf viele Schultern verteilen, sodass Lebenshöfe wie Lichtpunkte um den ganzen Erdball entstehen und viele Tiere eine Heimat finden können. Wenn du Kinder hast, ist das Aufwachsen auf einem Lebenshof für sie ein sehr bereichernder Aspekt. Meine Söhne sind so aufgewachsen und ich würde das alles wieder so machen. Sie haben früh gelernt, dass da noch andere Wesen sind, die geachtet, geschätzt und gepflegt werden möchten. Kinder können sich in so einem natürlichen und liebevollen Umfeld zu sehr sozial kompetenten Menschen entwickeln.
Bei meinen Jungs waren Allergien nie ein Thema, sie sind rundum gesunde Naturburschen. Tierleidfreie, pflanzliche Kost, ein gesundes Umfeld, ständiger Aufenthalt in der Natur und die Liebe der Tiere erzeugen Wohlbefinden auf allen Ebenen. Die Tiere schenken uns so viel Glück und Freude, dass wir jeden Tag dankbar sein können.
Ein Lebenshof ist zwar viel Arbeit, aber in jedem Fall eine Bereicherung für die ganze Familie. Wir können so viel über uns selbst lernen und unsere Werte entfalten. Auch wenn der Zweifel über die Sinnhaftigkeit eines Lebenshof-Projektes immer mal wieder aufsteigen mag: JEDER LEBENSHOF ZÄHLT.
Wirken im Verborgenen, ohne Erfolg und Anerkennung
Jeder von uns hat andere Aufgaben im Leben oder eine andere Bestimmung. Auch im Humanbereich gibt es zahlloses Leid und Grausamkeiten, und hier wirken viele Menschen im sozialen Bereich. Hingebungsvoll, liebevoll und oft auch ungesehen. Das ist wohl das Schicksal der sozialen Berufe. Das Streben nach äußerem Erfolg ist in unserer Welt so selbstverständlich und verherrlicht.
Schneller, weiter, höher, mehr – oft werden ehrgeizig Ziele verfolgt. Einen Lebenshof zu führen bedarf eine andere Ausrichtung. TIerpflege aus Liebe und gewissenhafte Verantwortung für jedes Tier. Wenn wir uns dann vergleichen mit anderen erfolgreichen Menschen oder den ganz großen Gnadenhöfen, könnte man sich klein fühlen.
Täuschen wir uns nicht selbst. Die Aufnahme jedes Tieres ist eine große und besondere Aufgabe. Wir begleiten sie in ihrer Heilung und schenken ihnen unser offenes Herz, Mitgefühl, Verständnis und unsere ganze Liebe. Wenn wir wieder lernen, mit der Natur in Verbindung zu kommen, entwickeln wir eine feinere Wahrnehmung. Wir sind dann dankbar für alles, was uns umgibt, und kennen unsere eigenen Werte. Wir wissen, wofür wir stehen, und erfreuen uns am Wohlsein unserer Schützlinge und an einem selbstbestimmten Leben.

Pures Leben eben! Das ist meine Philosophie, nach der ich lebe. Die Natur ist meine Krafttankstelle und meine Heimat.
Seit über 30 Jahren lebe und arbeite ich mit Tieren in der Natur und folge einem bewussten, einfachen Lebensstil. Seit dem 22.5.2023 teile ich auf meinem Blog meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Inspirationen, die dich ermutigen können, wieder näher zu dir selbst und zu deiner Natürlichkeit zu finden.
Ich bin überzeugt: Natürlichkeit und Einfachheit sind der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden, Freude und Selbstbestimmung. Mehr über mich erfährst du hier.








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