Was ich von meinem Schäferhund lernen durfte – die kraftvollsten Lektionen

10. Aug. 2026 | Ganzheitliches Tierwohl

Es ist Sommer und Blogparadenzeit in The Content Society. Beim Überfliegen all der spannenden Themen, fiel mein Blick auf das Thema von Katja Hammerschmidt "Was ich von meinem Tier gelernt habe". Ich lebe und arbeite seit 30 Jahren mit Tieren. Als Tierpflegerin und Lebenshofbetreiberin begegnet man so vielen Tieren und erinnert sich an bewegende Momente.

Obwohl ich wirklich Bücher schreiben könnte, über alles, was ich je von Tieren gelernt habe, picke ich jetzt einfach einmal ein Tier heraus, das mir spontan in den Sinn kam. Es ist unser verstorbener Hund Fernando. Ein wunderschöner, weißer Schäferhund, der mich 14,5 Jahre begleitet hat.

Ein Freund für unsere Hündin

Meine erste "eigene" Hündin Gina kam über eine Vermittlung zu mir und hatte viele Ängste und Traumata. Eines Tages bekam ich einen Anruf einer befreundeten Züchterin weißer Schäferhunde, die mir einen Welpen anbot. Sie meinte dieser kleine Rüde sei nicht vermittelbar, er sei so ängstlich und unsicher und da hätte sie an mich gedacht. Ich hätte das doch auch mit dieser schwierigen Hündin geschafft.

Tja, eigentlich hatte ich sowieso vor, dass Gina einen Artgenossen bekommt, einen Freund mit dem sie auf ihre Weise kommunizieren konnte. Zwar war der Zeitpunkt denkbar ungünstig, denn ich steckte mitten im Umzug auf den neuen Lebenshof und hatte sehr viel zu tun. Aber Gina und ich besuchten den kleinen Kerl und natürlich kam ich mit zwei Hunden nach Hause zurück. Fernando hieß der kleine, weiße, wuschelige und bildschöne Welpe. Mit 15 Wochen war er schon vorgeprägt, aber jdas machte nichts - jetzt konnte unser gemeinsames Abenteuer beginnen.

Fernando in den ersten Tagen bei uns

Ein Welpe als Partner für unsere Hündin

Ein Rüde im Haus war ein tolle Sache! Gina war überglücklich, sie tobten und spielten stundenlang. Fernando lebte nun mit uns auf einem Lebenshof mit vielen verschiedenen Tierarten. Das war ganz schön spannend für ihn und ich musste wirklich schauen, dass er überhaupt genug Ruhephasen und Schlaf hatte.

Mir war klar, dass es eigentlich meine Aufgabe gewesen wäre, mich intensiv mit diesem ohnehin schon sehr ängstlichen Welpen zu beschäftigen. Stattdessen übernahm die Hündin immer mehr diese Aufgabe und die beiden liefen "so nebenbei" in meinem Alltag und meinen Aufgaben am Lebenshof mit. Ich konnte die Dinge zu dieser Zeit aber nicht ändern, wir hatten alle Hände voll zu tun, damit unser Umzug und der der Lebenshof-Tiere auf den neuen Hof gut verlaufen würde.

Mehr Aufmerksamkeit für den Welpen

Die Hunde waren zwar den lieben langen Tag mit mir zusammen, aber Gina gab dem kleinen Rüden gerne Kommandos, die ihn überforderten. Ich begriff, dass ich dem Welpen mehr meiner Aufmerksamkeit schenken musste und dafür sorgen musste, dass seine Grundbedürfnisse erfüllt sind. Denn diese weichen nun mal sehr ab von den Bedürfnissen einer ausgewachsenen Hündin. Alles unter einen Hut zu bringen war tatsächlich nicht einfach in dem Tumult eines Umzugs. Aber der kleine Kerl brauchte Ruhe, Schlaf und seine Bezugsperson.

Jedes Alter der Hunde bringt Veränderung

Der Super-Hund: Beschützer, Freund, Boomer und Lassie in einem

Hunde haben es in unserer Gesellschaft gar nicht so leicht, ob der vielen Erwartungen, die ihre Menschen an sie haben. Schon als Welpe sollen sie alle möglichen Kommandos kennen, Sie sollen uns Freund sein, uns beschützen, mit den Kindern spielen, den Hof bewachen und zugleich freundlich sein im Umgang mit fremden Hunden. Sie sollen keine Tiere jagen, obwohl sie einen ausgeprägten Jagdinstinkt haben. Hunde sollen dies nicht und das nicht und die Erwartungen ihrer Menschen werden nicht selten enttäuscht.

Aus Filmen kennen wir viele berühmte Hundecharaktere, wie Boomer, Lassie, Rin Tin Tin usw. All diese Hunde verkörpern diesen heldenhaften Superhund, der einfach alles kann. In der Realität sieht das aber ganz anders aus. Zum Einen hat jede Hunderasse so ihre ganz eigenen Charaktereigenschaften, durch Züchtungen bedingte körperliche Anlagen und unterschiedlich ausgeprägte Instinkte. Ein Jagdhund hat einfach andere Qualitäten, als z.B. ein Hütehunde.

Das Wesen des Hundes ist entscheidend

Und zum Anderen gibt es innerhalb der gleichen Hunderasse so viele unterschiedliche Charakterzüge, die das Wesen eines Hundes bezeichnen. Sie können also viele Dinge, die wir uns von ihnen wünschen einfach gar nicht erfüllen, weil sie dazu nicht in der Lage sind. Der auf Selbstoptimierung ausgerichtete, nach Perfektionismus strebende Mensch, merkt also irgendwann, dass das alles nicht so funktioniert, wie er sich das gedacht hatte. Er sucht also Unterstützung beim Experten.

Nicht umsonst schießen Hundeschulen, wie Pilze aus dem Boden, der Bedarf ist groß. Statt aber dem Hundehalter zu helfen, seinen eigenen Hund besser zu verstehen, erlernen die Trainer Konditionierungen für die Hunde mit ihren Kunden. Denn das ist, was in vielen Hundeschulen gelehrt wird. Aber ist ein Hund nicht weit mehr, als die Zusammensetzung seiner erblich bedingten Veranlagungen?

Fernando kam in einem 13-er Wurf zur Welt und war von Anfang an schüchtern, ängstlich und unsicher. Deshalb suchte die Züchterin einen speziellen Platz. Und ein Lebenshof ist ein solcher Platz, an dem Tiere ankommen dürfen, bleiben und ein zuhause finden. Es war also klar, dass ich erst einmal lernen und verstehen durfte, was in dem Welpen vorging. Wir machten Abschalttraining mit ihm, versuchten ihn herauszufordern, aber das klappte nicht wirklich.

Bei der Fütterung und Jagd-Spiel mit dem Futterbeutel

Die Qualitäten der Tiere lieben lernen

Fernando hatte andere Qualitäten. Er war kein Draufgänger, er war eher ruhig und zog sich gerne zurück. Zu viel Trubel war ihm unheimlich und vor anderen Rüden hatte er große Angst. Er mochte nicht über glänzende, glatte Oberflächen gehen, dann musste man ihn schon drübertragen. Er legte sich ängstlich auf den Boden und machte keinen Schritt mehr. Ich lernte mit der Zeit mit seinen Eigenheiten umzugehen. Und ich liebte ihn für seine vielen wundervollen Eigenschaften, die er hatte.

Wenn wir fremden Hunden begegneten nahm ich Fernando immer auf die andere Seite, damit ich ihn abschirmen konnte. Er war sehr dankbar dafür, dass man von ihm nicht erwartete, dass er uns beschützt. Dafür war es meine Aufgabe meinen Hund nicht in für ihn zu schwierige Situationen zu bringen. Ich sorgte dafür, dass er immer wieder Auszeiten, also Ruhe hatte, denn Hunde sollten eigentlich 18 h am Tag schlafen können. Was 18 h?

Ja, genau und wir haben es sehr selten auf diese Zeit gebracht, aber wurden immer besser. Und diese Zeiten taten ihm so gut, er konnte Erlebtes verarbeiten, entspannen und sich erden. Es ist glaube ich wirklich nur der Mensch der Ansicht, dass er von früh bis spät durchpowern sollte im Leben. 😉 Ein Trugschluss - von Tieren kannst du lernen, wie ein gesunder Rhythmus aussehen kann.

Fernando liebte die Katzen, er wuchs mit unserem Kater Neele auf und der schlief entweder neben Fernando im Körbchen oder er legte sich auf ihn und knetete in dessen kuscheligem, weißen Fell.

Für meine kleinen Söhne war Fernando ein wunderbarer Freund, liebevoll und gelassen. Ich hatte ihn doch ziemlich verwöhnt im Laufe der Zeit und als erwachsener Rüde gab es dann doch ein paar kritische Situationen, die mir klar machten: Ich musste Regeln aufstellen. Wie zum Beispiel: Kein Kind mehr in die Hundekörbe und keine Hunde in die Kinderzimmer.

Die klaren Linien für meine Kinder und für die Hunde waren eine gute Lösung. Wir fütterten die Hunde viel aus dem Futterbeutel, beschäftigten uns mit Natural Dogmanship, besuchten Seminare von Jan Nijboer und konnten einiges verbessern. Aber wir haben ihn nicht konditioniert, wir haben gelernt hündisch zu denken und uns zu verhalten, wie ein Partner und seine Stärken gefördert.

Er wurde 14,5 Jahre alt. Zum Geburtstag bekam er damals einen Marmorkuchen mit 14,5 Wiener Würstchen drauf, anstelle von Kerzen. Gemeinsam mit der Hündin hatte er diesen Geburtstagskuchen genüsslich verspeist. Als er jung war, wollte er nie im Meer schwimmen, zwar tauchte er immer gerne nach Muscheln, aber ins tiefe Wasser - nein. In seinen letzten Lebensjahren sprang er plötzlich in die Ostsee und lernte tatsächlich noch, das Schwimmen im Meer. Es machte ihm richtig Freude.

Hunde im Schnee
Gemeinsame Tage im Schnee

Ich habe viel gelernt

Ich lebe schon mein ganzes Leben mit Schäferhunden zusammen. Diese Rasse fordert absolute Präsenz und Wachheit vom Hundeführer. Sie sind eigentlich Hetzjäger und Beutegreifer, allzeit wach und bereit zu reagieren. Und genau dafür liebe ich diese wundervolle Rasse. Sie sind noch sehr nah am Wolf von ihrem Wesen und faszinieren mich noch immer. Fernando hat mich gelehrt, keine Erwartungen an die Tiere zu haben, die mit mir leben. Sondern sie so anzunehmen, wie sie eben sind und sie für ihre Stärken zu lieben und zu achten. Einfach sein, das gilt auch für Tiere. Einfach sein, geliebt werden, behütet sein und das pure Leben genießen.

Wenn man so lange Zeit mit einem Hund zusammenlebt und ihn, wie ich, auch während der Arbeit immer um sich hat, dann entsteht eine innige Verbindung. Gab es manchmal Verständigungsprobleme konnte ich dank der telepathischen Tierkommunikation immer Lösungen finden. Wenn die Hunde altern, ist es Zeit endlich zurückzugeben, was sie ein Hundeleben lang gegeben haben. Dann beginnt die Zeit der intensiven Pflege und das Anpassen des Alltags an die Bedürfnisse eines alten Hundes.

Sein letztes halbes Jahr trugen wir ihn oft mit einem Haltegurt in den Garten hinaus. Aber solange er noch Freude hatte da zu sein, blieb er bei uns. Doch dann kam irgendwann der Tag des Abschiedes. Immer wieder traurig, wenn ein Freund die Erde verlässt. Aber ich und meine ganze Familie sind so dankbar diesen feinen Kerl in unserem Leben gehabt zu haben. Er hat uns so viel Liebe und Freude geschenkt, auch wenn es manchmal herausfordernd war.

Tierkommunikation ist spirituell und feinsinnig. Hier der Teaser mit Hündin Feline

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Marianne mit Momo

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Als intuitive, hochsensible Impulsgeberin liegt mein Fokus darauf, Menschen mit der Natur und ihrem höchsten Selbst zu verbinden.

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2 Kommentare

  1. Liebe Marianne,

    vielen dank, dass Du meine Blogparade mit Deiner Geschichte bereichert hast. Du hast so recht mit der Aussage: Unsere Hunde sind keine Superhelden und Alleskönner. Wir sollten, müssen immer auf das Individuum schauen. Jeder Hund hat andere Qualitäten.

    Die Zusammenfassung meiner Blogparade ist online und Dein Beitrag ist selbstverständlich dabei. Schau doch mal rein

    https://www.katjahammerschmidt.de/zusammenfassung-von-tieren-gelernt

    Ganz liebe Grüße, Katja

    Reply
    • Danke liebe Katja – ich schau gleich mal rein.
      Alles Liebe Marianne

      Reply

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