Monatsrückblick Juni 2023: Fokus bewahren in einem actionreichen Monat

27. Jun. 2023 | Rückblick

Der Juni war ein Monat voller Tatendrang. Wir haben einiges am Hof umgekrempelt, hatten viele kreativen Ideen, einige To-Dos und die Tage zerrannen uns in den Fingern.

Gefühlt haben wir den Hof einmal umgekrempelt

Nachdem ich meine Angebote am Hof verändert habe, stand nun dringend die Renovierung unseres Seminarhäuschens an! Mein Mann Matthias erklärte sich bereit, die Sache in Angriff zu nehmen. Während er mit den groben Arbeiten begann, kümmerte ich mich um Farben, Möbel, Gestaltung, Vorhänge. Verputzen, schleifen, streichen, Boden erneuern, Fenster lackieren u.v.m. Es waren so viele kleine Arbeiten zu erledigen, das hielt wirklich sehr lange auf. Aber Ziel war, einen Raum zu schaffen, der klar, freundlich, gemütlich und vorallem im Winter warm sein sollte. Also machte ich mich auf die Suche nach einem gebrauchten Ofen und Matthias kümmerte sich um den Aussenkamin.

Paralell dazu sollten die Pferde neue Liegeplätze bekommen, ein völlig neues System, welches wir noch nie getestet hatten. Die Idee ist, das sie liegen wie auf der Wiese, so nennt sich auch die Firma Wie Wiese.
Alle nehmen es bislang gerne an, Momo geht da gar nicht mehr runter, weil es so angenehm weich ist. Der Haflinger Anton war super skeptisch und lies sich eine gute Woche nicht davon überzeugen. Er schlief nachts draußen im Sand. Die Tage beim Hufe schneiden schickte mein Sohn Merlin ihn rückwärts drauf und siehe da: Auch Anton ist einverstanden mit den neuen Matten.

Braunes Pferd steht auf weichem Bodenbelag im Stall und frisst Müsli im Juni
Unsere Momo ist froh am weichen Untergrund.

Für die Wachteln wünschte ich mir etwas mehr Auslauf. So bekam der Meerschweinchen-Auslauf ein Volierennetz und wurde abgesichert für die Wachteln. Nun sind sie vormittags immer ein paar Stunden im grossen Gehege. Meine Sorge war, ob unsere Katzen ins Gehege klettern könnten, denn ihr Interesse an den kleinen Flitzern war doch rege.
Da hab ich sie aber unterschätzt, denn sie wissen immer sehr schnell, welche Tiere zum Hof gehören, denen sie nichts tun dürfen. Beweis: Versehentlich hatte ich Kelly ins Wachtelgehege eingesperrt und erst nach einer Stunde gecheckt, das sie da drin war. Sie sass in der Ecke und beobachtete die quirligen Kerlchen.

Ich schätze mal Matthias hat mich verflucht, als ich dann noch unbedingt den Umbau der Ställe durchdrücken wollte. Die Pferde sollten mehr Auslauf im Stall haben und eine Erweiterung in den Innenhof. Dafür baute ich den Ponystall ab und baute bewegliche Weide-Panels in den Innenhof.

Haflinger mit Fliegenmaske steht im Paddock im Innenhof und schaut über Zaun und genießt die Natur
Anton mit Fliegenmaske im Innenhof-Paddock.

Und wo wir schon dabei waren, gab es noch eine Veränderung im Kaninchenstall.

Warum dieser ganze Stress?

Na ja, manchmal gibt es nur die Flucht nach vorne!

Im März/April begann ein hiesiger Spezial-Chemie-Konzern mit den Fällungen des Waldstückes entlang unserer Pferdekoppeln. Privatleute dürfen eigentlich ab März keinen einzigen Baum mehr fällen in ihren Gärten. Diese Regel können grosse Firmen mit Sondergenehmigungen umgehen, wie ich jetzt weiß. Zwei Harvester die tagelang zerstörten, wo vorher Rückzugs-
gebiet für Wildtiere war. Und danach begannen sie mit dem Tagebau für den Bentonit-Abbau, der voraussichtlich bis Ende 24 dauern soll.
Am liebsten hätten wir sofort die Koffer gepackt, die Tiere verladen und wären umgesiedelt. Aber so einfach ist das nicht mit 48 Tieren.
Ich konnte meine Emotionen kaum in den Griff bekommen, meine Hilflosigkeit und Ohnmacht stresste mich sehr. Es gab viele Tränen, mit anzusehen wie so viele Tiere ihre Bleibe verloren, war kaum auszuhalten. Dafür bin ich dann doch zu sensibel und zu dicht dran. All diese „frei“ lebenden Tiere kenne ich seit 7 Jahren, sah sie jeden Tag und es war so vertraut. Ich habe gekämpft, wie ein Löwin und versucht wenigstens einzelne Bäume zu retten, die den Bussarden, den Grünspechten oder den Eichhörnchen als Behausung dienten. Es war nichts zu machen.
Es schockierte mich, wie unsensibel Ämter, Gemeinden, Umwelt-und Vogelschutzbeauftragte zusammenwirken. Und wie doch der Fokus statt auf der Natur auf Profit liegt. Ich kürze hier jetzt mal ab. Ich hatte mich so sehr verausgabt im Widerstand gegen all das, was da passierte, das ich richtig krank geworden bin. Das ist äusserst selten der Fall bei mir und so wusste ich, das ich so nicht weitermachen konnte. Ich musste aufhören zu kämpfen und meine Ausrichtung total verändern.
Also entschloss ich, so viel positive Energie wie möglich in den Hof zu geben. Stall-, Außenanlagen und Garten sollten einen Aufschwung erleben. Sichtschutzmatten in unserer Chill-Ecke am Feuerplatz wurden angebracht, damit wir uns trotzdem wohlfühlen können. Für die Pferde und Schafe suchten wir nach Lösungen, dass sie mehr Ruhezonen im Innenhof haben, wenn es hinten zu laut und stressig wird.

2 Harvester reißen den Wald ab und ein Lastwagen transportiert die Stämme ab, die arme Natur
Zwei Harvester wüteten und verwandelten den schönen Wald in eine Wüste.


Und vom Inneren her versuche ich nun, diese lange Zeit des Abbaus und des Lärms, stark zu bleiben und trotzdem freudig. Die Tiere so gut ich kann zu unterstützen auch in ihrer Immunkraft, damit sie die Veränderung gut verkraften. Meine Körperreserven unterstützte ich meinen Wolfsbeeren-Powerdrink mit ätherischen Ölen und für einen klaren Geist helfen mir einfach immer ätherische Öle. Und siehe da, das Umdenken hat funktioniert, der Fokus liegt auf dem Positiven.

Dann kam wie aus dem Nichts auch noch die Blog-Challenge „Blog your Purpose“ von Judith Peters auf mich zu. Dieses große Thema der Bestimmung und all die Gedanken hierzu kamen genau richtig. In mir schlummerte schon so lange eine Vision und nun schob diese Challenge mich nochmal richtig an Entscheidungen zu treffen und es anzugehen.

Für mich ist dieser Prozess der Waldrodung Anstoß gewesen, mich mit der Vereinsgründung zu beschäftigen und von meiner Vision weiterer Lebenshöfe und Schutzzonen für Wildtiere nicht mehr abzulassen. Wie sagt mein lieber Bruder immer so schön: „Es ist nichts so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist.“

Ein Tritt in den Hintern für mich, den Fokus auf meine Ziele klar zu halten und mit voller Kraft weiter zu gehen. Alle Emotionen über die Schändung der Natur umzuwandeln in schöpferische Kraft. In Dankbarkeit, Hoffnung und Freude weiterschreiten.
Mich weiterentwickeln, für die Tiere da SEIN und zuhören, hinhören und wahrnehmen, was gebraucht wird. Ich entfalte weiter mein Potential und hoffe auf den Wandel der Zeit und das Erwachen vieler Menschen. Wir sollten Biotope schaffen an unzähligen Orten, Rückzugsgebiete
für Wildtiere, Bäume pflanzen und Mischwälder anlegen für die Generationen nach uns. Hier gibt es schon so gute Ansätze wie das UrwaldProjekt von Peter Wohlleben.

Marianne und braunes Pferd sind im Wald und das Pferd grast, da es im Juni kaum mehr Gras auf der Hauskoppel gibt
Momo und ich streifen durch den Wald.

Das Abenteuer Bloggen-

The Blog Bang hat begonnen!

Anfang Juni startete The Blog Bang mit Judith Peters und Team. Wow – was für ein Drive!
Nach der Bestimmungs-Challenge war für mich klar: Ich möchte weiter bloggen. Eine gute Entscheidung wie sich zeigt, obwohl der Start für mich etwas zäh war. Das Bloggen an sich ist absolut mein Ding, denn ich liebe es zu schreiben. Aber dieses Word-press-Kung-Fu war mir zeitweise zu viel.
Meine Fragen kann ich in der WordPress-Sprechstunde stellen und die Inspiration rund um das Bloggen kommt von Judith. Sie begeistert und bringt mit ihrer ehrlichen, authentischen und natürlichen Art eine herrliche Leichtigkeit in die ganze Sache. Einige Blogartikel sind bereits entstanden, eine neue Website, Impressum und Datenschutz. Themenvorschläge für wöchentliche Artikel spornen an, am Ball zu bleiben und mutig in die Sichtbarkeit zu gehen.
Die Blog Bang brachte mir einen Juni voller Bewegung im Inneren, voller Freude, Klarheit und guter Ideen. Und es ist erst Halbzeit!

Blicke ich zurück, so stelle ich fest, das der Juni fast frei von Selbstzweifeln war. Erstaunlicherweise hatte ich das bisher kaum so erlebt. Judith Peters vermag es, einen sofort ins Tun zu bringen und Zweifel, Glaubenssätze und Ängste irgendwie zu entmachten. Also mir macht es riesig Spass und zum ersten Mal denke ich nicht stundenlang darüber nach ob und wie ich irgendetwas poste, sondern ich poste es einfach. Ein grosser Dank an Judith, ich liebe es, wenn Menschen andere so inspirieren können und so viel Freude, Leichtigkeit und Herz mitbringen.

Marianne Selfie am PC und auf Bildschirm Judith
Live-Call mit Judith Peters-Woche 4 in der Blog Bang.

Was war noch los im Juni 2023?

  • Was wir noch etwas verdrängt hatten, war die Heuernte. Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen trockneten die Weiden regelrecht aus. Und Heu wird gemacht, wenn es ansteht, nicht wenn es zeitlich reinpasst. Nun hieß es, die Koppelzäune abbauen, damit gemäht werden konnte. Wir aktivierten nochmal alle Reserven und brachten zusammen mit unseren beiden Jungs die rund 750 Ballen Heu auf den Heuboden ein. Bei Temperaturen über 30 Grad immer eine echte Herausforderung.
Schlepper mit Heupresse und Heuanhänger fahren auf der Hofkoppel
Heupressen auf unserer Weide.
  • Leider starben zwei Meerschweinchen und es blieben nur noch drei übrig. Sie sind Rudeltiere und lieben es in Gesellschaft zu sein. Also signalisierte ich Aufnahmemöglichkeit und es trudelten binnen einer Woche fünf Meerschweinchen von 3 Familien ein. Alle waren froh einen schönen Platz für ihre Tiere gefunden zu haben. Sozial wie diese Tiere sind, verstanden sie sich schon binnen weniger Tage prima und fühlen sich wohl.
6 bunte Meerschweinchen essen in ihrem Stall
Unser Meeri-Rudel beim Gras futtern.
  • Der Garten ist im Juni gerade bei Hitze eine echte Beschäftigungstherapie. Gartenarbeit ist zwar das Yoga des Gärtners, aber irgendwie hätte ich im Juni längere Tage oder mehr Hände gebraucht. Dafür blühen am ganzen Hof bunte Blumen und verschenken sich. Die ersten Zuccini, Gurken, Himbeeren und Johannisbeeren sind geerntet. Also wird Marmelade eingekocht.
Eine rosa-weisse Nostalgie-Rose
Es ist die Zeit der Rosen in unserem Garten.
  • Sonnwendfeuer gab es dieses Jahr im neuen Ofen im Seminarhäuschen, während dem Nähen der Vorhänge. Für mich zwar untypisch, aber der ganze Juni stand ja schon im Zeichen von Flexibilität und loslassen.
Feuergeist ist in einem überdimensional großen Feuer zu sehen
Feuergeist am Sonnwendfeuer fotografiert von Merlin Kewitsch

Mein Blog-Rückblick auf den Juni 2023:

Ausblick auf den nächsten Monat:

  • Vorbereitungen für Natur-Retreat.
  • Die Koppelzäune müssen wieder aufgebaut und einiges erneuert werden.
  • Im Juli starte ich mit den Workshops Tier-Aromatologie, Salbenherstellung, deine Stallapotheke.
  • Event „Ätherische Öle für Alltag und Beruf – Selbsthilfe leicht und einfach“
  • Entspannt den Sommer geniessen und an meinem Buch weiterschreiben

Hallo, ich bin Marianne

Als intuitive, hochsensible Impulsgeberin liegt mein Fokus darauf, Menschen mit der Natur und ihrem höchsten Selbst zu verbinden.

 

 

„Im Einfachen das Wunderbare erkennen“

8 Kommentare

  1. Ich bin gerade schwer beeindruckt, wie Du es geschafft hast, aus dem Kampfmodus auszusteigen, die Energie zu wandeln und in das zu stecken, was Dir wichtig ist: wohlfühlen für Mensch und Tier.
    Die Heuernte fand ich auch sehr spannend, da ich als Stadtpflanze davon keine Ahnung habe. Was für eine Flexibilität da von Dir/Euch gebraucht wird.
    Dankeschön fürs Mitnehmen.

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    • Ja liebe Sylvia, allerdings musste ich erst krank werden, um umzudenken. Aber ja, zum Glück ist es mir dann doch gelungen. So schön, das du als wundervolle „Stadtpflanze“ interessiert gelesen hast und ein klein wenig eingetaucht bist in das Leben am Lebenshof. Dankeschön und liebe Grüße Marianne

      Antworten
  2. Liebe Marianne, ich bin beeindruckt von deiner Art zu schreiben. Sofort ist man mitten im Geschehen. Ganz nach dem Motto: Jetzt ist die Zeit für Veränderung, also runter vom Sofa. Das habt ihr erfolgreich umgesetzt. Herzensgrüße
    Ute

    Antworten
    • Hallo liebe Ute! Danke für dein Feedback. Schön, dass ich dich ein bischen mitnehmen konnte in unsere letzen Wochen. Bis bald meine Liebe
      Marianne

      Antworten
  3. Liebe Marianne,
    Dein Rückblick war super spannend zu lesen. Mir und meiner Familie hat unter anderem Bentonit letzte Woche sehr geholfen, einen fiesen Durchfall wieder loszuwerden. Ich habe mich aber schon öfter gefragt, wo und wie diese Erde wohl abgebaut wird. Jetzt weiß ich es.
    Unser Sonnwendfeuer war auch klein, wegen besagtem Durchfall.
    Ich finde es sehr interessant, mal einen Einblick in deinen Alltag und deine Arbeit zu bekommen.
    Lieben Dank dafür und viele Grüße aus Kenia,
    Laura.

    Antworten
    • Hallo Laura- Ihr seid in Kenia, ja da hat man schnell mal ein Magen-Darm-Thema. Schön, dass euch das Bentonit geholfen hat. Ja, ich weiss, es wird gebraucht, dennoch könnte man eine andere Herangehensweise wählen. Schön, das ich dich mitnehmen konnte auf den Lebenshof. Ich grüsse dich Marianne

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  4. Beeindruckend, was du/ihr da leistet! Ich krieg ja nicht mal meine 300 Quadratmeter Stadtgarten bewältigt ( aber mir fehlt halt mein Gärtner, und nicht nur seine zwei Hände ). Die Geschichte mit dem Kahlschlag im Wald hat mich erschüttert.
    LG
    Astrid

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    • Liebe Astrid, ich bekomme längst nicht alles bewältigt, was ansteht. Ganz viel bleibt auf der to-do-Liste und wird auf die nächste übertragen. Ja der Raubbau an der Natur ist grausam. Zumal wir doch in einer Zeit leben, in der wir der Erde etwas zurückgeben sollten. Beginnen wir im Kleinen damit und bleiben zuversichtlich. Danke sehr für dein Feedback. Alles Liebe Marianne

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