Ein typischer Tag bei uns am Lebenshof

7. Aug. 2023 | Tierhaltung, Lebenshof Geschichten

Ein Lebenshof für Tiere ist ein Ort, an dem sich alle sicher fühlen können, möglichst artgerecht leben, liebevoll gepflegt werden und so es möglich ist, bis zu ihrem Lebensende bleiben. Es sind Tiere, die ihr zu Hause verloren haben, aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber auch Tiere, die aus schlimmen Verhältnissen kommen und traumatisiert sind, haben hier Raum, Zeit und Ruhe, um sich zu erholen. Die liebevolle Fürsorge, Pflege und die Heilkräfte der Natur helfen ihnen, sich davon zu befreien.

Lebt man auf einem Hof, hat man den Wetterbericht immer im Blick, um in etwa zu sehen, was auf einen zukommt. Denn neben dem typischen Tag am Lebenshof gibt es auch die Extremwetterlagen! Und diese können mit Tieren brisant sein, deshalb ist vorausschauendes Planen nützlich.

Die Jahreszeiten haben einen massiven Einfluss auf den Tagesablauf.

Sonnenaufgang

Ich erzähle dir von einem ganz typischen Tag am Lebenshof, ohne große herausfordernde Bedingungen. Morgens um 4 beginnen die Hähne in den Ställen zu krähen. Mein Schlafzimmer ist natürlich Richtung Pferdestall ausgerichtet, damit ich mitbekomme, wenn sie mich draußen brauchen würden.

Die Pferde und Schafe leben ganztags in einem Offenstall mit großer Paddockfläche und Zugang in den Paddock-Trail. Die Kleintiere wie Hühner, Wachteln, Meerschweinchen, Kaninchen werden nachts in die jeweiligen Ställe gebracht und erst morgens wieder herausgelassen. Das hat sich einfach bewährt, weil sie so vor Eulen, Mardern und Füchsen sicher sind. Bei den Kaninchen mache ich an sehr heißen Tage eine Ausnahme, denn sie haben so heiß in den Ställen und es gibt am ganzen Hof sehr gute Verstecke für sie. Hätte ich ein weißes Kaninchen dabei, würde ich das nicht tun, wegen der Eulen. Die Katzen sind immer frei unterwegs und die beiden Hunde kleben stets an meiner Seite.

Sonnenaufgang am Stall
Sonnenaufgang hinter dem Stall.

Der Morgen

Ich rüste mich für den Tag am Lebenshof und natürlich brauche ich robuste Outdoorkleidung und festes Schuhwerk. So zwischen 6.30-7.30 Uhr bin ich startklar und betrete den Tierbereich. Zuallererst öffne ich den Ausgang vom Kleintiergehege und schau hinein, ob alles gut ist. Ich zähle einmal alle durch und schau sie einmal kurz an. Da ich sie sehr gut kenne, fallen mir Verhaltensauffälligkeiten sofort auf.

Das ist total wichtig, der Tierpfleger kann super schnell eingreifen und unterstützen, je früher man Unwohlsein bemerkt, desto besser. Im Sommer bei Hitze ist für Kleintiere eine große Gefahr der Fliegenmadenbefall. Sobald die Tiere irgendwo eine unsaubere, verklebte oder gar offene Stelle auf der Haut haben, legen die Fliegen ihre Eier dort ab. Und das ist eines der scheußlichsten Dinge, die man so sehen kann. Innerhalb von 12 h schaffen sie es den Körper eines Tieres regelrecht anzufressen und dann ist es oft zu spät für Hilfe. Klingt eklig, ich weiß, aber es ist so wichtig, dass du deine Meerschweinchen oder Kaninchen im Sommer wirklich im Blick hast.

Der nächste Gang ist zum Pferdestall, an dem ein Schild hängt mit der Aufschrift: „Tritt ein lass Segen sein in dir, wie im Tier.“ Was bedeutet das? Es ist eine Erinnerung für die Menschen, die die Ställe betreten. Oft sind wir noch voller Emotion oder negativer Gedanken aus dem Tag und latschen ungeachtet unserer Ausstrahlung einfach in den Stall.

Die Tiere aber sind so feinfühlig und nehmen uns wahr, mit allem, was wir sind. Aber auch mit allem, was wir mit uns herumtragen und vielleicht gar nicht zu uns gehört. Deshalb gilt: Vor dem Eintreten in den Stall einfach kurz die Energien abfließen lassen, eine tiefe Atmung praktizieren und dann sieht es oft schon anders aus. Die Ställe sind ein sicherer Ort für die Tiere, an dem sie sich geborgen fühlen und deshalb achten wir sehr gut darauf, dass die Energien im Stall gut sind. Und dass wir dort keine Streitgespräche führen oder dergleichen.

Jetzt begrüße ich jedes einzelne Tier, denn ich sehe sofort, wenn etwas nicht stimmt. Entweder an ihrem Antlitz, ihrer Körperhaltung, den Ausscheidungen, der Haut oder den Augen. Bei den Schafen, die ja zu den Wiederkäuern gehören, ist es auch ganz wichtig, dass man sie gut im Blick hat. Haben sie ein Verdauungsproblem, muss sofort gehandelt werden. Mit ihren 4 Magen und einem ganz speziellen Milieu sind sie auf das Wiederkäuen angewiesen. Im Notfall würde man hier sofort mit Pansenstimulans helfen.

Dann werden die Hühner herausgelassen und auch hier scanne ich einmal kurz drüber, denn es ist immer ein rechtes Gewusel bei ihnen.

Ich schaue, ob die Katzen da sind, sie kommen gewöhnlich morgens nach Hause zum Hof zum Essen und schlafen erst mal.

Dann bringe ich die Wachteln in den großen Auslauf für 2-3 Stunden.
Jedes Tier möchte gesehen und wahrgenommen werden.

Morgenfütterung und Ställe säubern

Die Morgenfütterung ist immer schön am Lebenshof und manchmal auch nervig. Alle wollen gleichzeitig etwas zu essen, das macht mich immer noch nervös. Ich werfe Heu vom Heuboden runter und verteile es an die Tiere in den Ställen und draußen auf dem Paddock-Bereich. Alle Wasserbottiche werden aufgefüllt und die Kleintiere bekommen frisch gepflücktes Gras, Gemüse, Kräuter und Obst. Die Hühner bekommen ihr Hühnerfutter an verschiedenen Plätzen.


Dann geht es ans Ausmisten der 2 Pferdeställe, Schafliegeplätze, Hühnerstall, 3 Kleintierställe und Wachtelstall. Der Außenbereich wird abgeäppelt, die Weiden kontrolliert, da wir nachts viel Wildwechsel auf der Koppel haben, machen sie oft die Zäune kaputt.
Die Pferde werden startklar gemacht für den Tag, sie bekommen in der warmen Jahreszeit Fliegenmasken aufgesetzt, damit die Kriebelmücken nicht in die Ohren gehen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn ich mit den Masken komme. Dann wird jedes Pferd mit meinem selbst gemachten Insektenspray aus ätherischen Ölen eingesprüht, was alle dankbar annehmen und lieben. Nun können sie entspannt auf die Weiden gehen.

Wenn neue Tiere am Lebenshof ankommen, läuft so ein Tag ganz anders ab. Dann stehen sie im Mittelpunkt und werden ganz sanft und einfühlsam integriert in die Gemeinschaft der Tiere am Hof. Ich helfe ihnen mit ätherischen Ölen zur Entspannung. Meistens diffundiere ich Lavendel in ihrem Stall. Bei großen Ängsten greife ich zu Baldrian oder einer Trauma-Mischung. Dazu gibt es den Artikel „Integration von Neuankömmlingen am Lebenshof.“

Typischer Tag am Lebenshof – die Schafe weiden im Obstgarten.
Die Schafe und einer der Hunde im Obstgarten.

Der Mittag

Am Vormittag schaue ich nach dem Garten, dem Haus und füttere Katzen und Hunde. Und dann bekomme ich endlich etwas zwischen die Zähne. Um die Mittagszeit schaue ich wieder alle Außenbereiche durch, ob alles in Ordnung ist. Die Wachteln kommen dann in den kleineren Auslauf, damit ich dann den Zugang für die Kaninchen in den Obstgarten öffnen kann.

Dann geht es ans Eier sammeln, wie immer darf ich überall suchen, weil sie sich ständig etwas Neues einfallen lassen.
Jetzt kommen die Pflegearbeiten: Pferde striegeln, Hufe auskratzen und alle 3 Wochen ausschneiden. Da immer irgendeiner extra Pflege braucht, wird das miterledigt. Extra Gaben Homöopathie oder ätherische Öle verteilt und kranke Tiere gepflegt.

Einmal wöchentlich werden die Hunde gebürstet und Zähne kontrolliert. Sie werden mit meinem selbstgemachten Zeckenschutzöl eingerieben, damit sie geschützt sind. Wenn ich es zeitlich schaffe, trainieren wir ein wenig mit den Futterbeuteln, der Jagdersatz für Hunde. Anfallende Reparaturen führe ich durch und dann kümmere ich mich um Futterbestellungen für all die verschiedenen Tiere vom Lebenshof.


Dann mache ich die Müsli-Schüsseln für die Pferde und Schafe fertig. Die Pferde bekommen alle unterschiedliche Kräuter, Mineralien, ätherische Öle, Saaten, Hagebutten, Obst, Gemüse, Homöopathie, das dauert immer seine Zeit. Dann verteil ich das Futter und während sie alle genüsslich essen (das Schmatzen ist immer herrlich) mache ich die Ställe nochmals sauber.

Dann gehts zum Nordic Walking mit den Hunden, damit sie auch ein bisschen vom Hof wegkommen und ich meinen Ausgleich habe. Und ich habe gelernt auch auf mich zu schauen, denn nur, wenn ich in meiner Kraft bin, kann ich die Energie für alle am Hof halten.

Wenn sich ein Zeitfenster auftut, bekommen die Pferde jetzt noch ihre Wellness-Anwendungen:


Die Magnetfeldtherapie mit der Bemermatte ist eine davon. Die Matte wird auf den Rücken gelegt und so die Blutzirkulation angeregt. Die Pferde lieben es und manchmal stellen sich auch die Schafe daneben und genießen mit.


Ich wechsle dann am anderen Tag auf den Neurostim und behandle die verspannten Stellen,
Auch das wird sehr gerne angenommen.

Im Wechsel gibt es immer mal für ein Pferd eine Animal Raindrop Anwendung mit 9 ätherischen Ölen, die eine verblüffend wohltuende Wirkung haben. (Übrigens auch beim Mensch) Diese Anwendung dauert ca. 1,5 Stunden und ist auch für den Gebenden ein herrliches Erlebnis und sehr entspannend.

Bei emotionalen Themen, Ängsten, Blockaden entscheide ich mich auch manchmal für die Animale Energy Balance. Das ist eine befreiende Anwendung, bei der mit 6 ätherischen Öle-Mischungen (Inneres Kind, Loslassen, Mut, Jetztzeit, Harmonie, Vergebung) gearbeitet wird. Es ist herrlich und ist auch im Coachingbereich bei Menschen wundervoll.

Sonnenuntergang

Mit untergehender Sonne heißt es alle kleinen Tiere wieder zurück in die Ställe zu bringen. Das dauert auch immer seine Zeit, bis ich jeden davon überzeugen kann, herein zu kommen. Jetzt am Abend kontrolliere ich die Hühner nochmal alle 16. Sie bekommen nochmals Futter und Wasser im Stall und dann werden auch die Wachteln nochmals gefüttert.

Die Pferde bekommen die Fliegenhauben runter, Hufe ausgekratzt, Stall eingestreut, nochmals Heu für die Nacht und Stroh zum Knuspern. Die Schafe leben bei uns bei den Pferden insofern essen sie da auch mit.

Hunde und Katzen bekommen auch wieder Futter. Und alle, die extra Pflege aufgrund Krankheit brauchen, werden wieder versorgt.

Der typische Tag am Lebenshof ist nicht zu vergleichen mit Tagen, an denen extremes Wetter herrscht oder ein oder mehrere Tiere akut erkrankt sind. Wenn ein Tier krank ist, heißt es manchmal die ganze Nacht da sein und stündlich Globuli bringen oder was eben ansteht. Deshalb bin ich immer happy, wenn alle quietschfidel sind.

Allerdings lässt sich meistens irgendeiner etwas einfallen, hier am Lebenshof. Hier ein gebrochenes Bein, da eine Augenentzündung. Eines der Tiere hat die Futterkammer überfallen und danach Bauchweh. Oder hier und da mal einen Kratzer oder kleine Verletzungen. Weitestgehend kann ich das aber mithilfe ätherischer Öle, Phytotherapie und Homöopathie versorgen. Also es wird einfach nie langweilig.

Klauenpflege bei den Schafen steht alle 8 Wochen an und alle 4 Wochen bei den Meerschweinchen. Die Langhaar-Meeris müssen gekämmt werden oder Haare gekürzt.

Der Abend im Stall hat immer seinen Zauber. Die Atmosphäre ist so schön – hier ein kleiner Eindruck für dich.

Wenn alle versorgt sind, ist Feierabend, die Lichter gehen aus.

Sonnenuntergang nach einem typischen Tag am Lebenshof.
Sonnenuntergang an der Weide.

Die Nacht

Die Pferde und Schafe sind gerne in der Nacht auf den Weiden und in ihrem Paddocktrail unterwegs. Meistens kommen sie so um 3 Uhr heim, da höre ich sie immer in die Ställe rumpeln.
Nachts ist hier oft viel Unruhe, Wildschweine, Rehe, Katzenkämpfe, die Marder und ziemlich laut auch die Eulen. Wenn draußen etwas nicht stimmt, heißt es wieder aufstehen und nachsehen.
Das Pony bricht auch super gerne aus und wandert am Waldrand, da musste ich wirklich schon oft raus, weil sie dann vor dem Hoftor stand und wieherte, weil sie wieder hereinwollte. Jetzt sind alle Litzen und Pfosten gerade wieder erneuert und ich verspreche mir davon ruhige Nächte am Lebenshof.

So, das war ein friedlicher, typischer, ganz normaler Tag am Lebenshof.
Anders sieht es aus, wenn Extremwetterlagen herrschen, darüber gibt es extra einen Blogartikel.

Hast du auch die Vision deines eigenen Lebenshofes? Hast du Fragen über Fragen in deinem Kopf wie:
-Gründung -Aufbau -Stallplanung -Außenanlagen -Equipment -Tierpflege -wo muss ich die Tiere anmelden? -was muss ich beachten? -schaffe ich das?
Ich möchte dir Mut machen, denn die Not der Tiere ist groß und es braucht noch viele Orte, die Tieren eine Heimat bieten.
Dann buche gerne dein Beratungsgespräch mit mir.
Es ist mir ein Herzens-Anliegen, dass noch viele weitere Lebenshöfe entstehen und stehe mit meiner fachlichen Kompetenz aus 30 Jahren Leitung Lebenshof und Tierpflege bereit.
Mit einem guten Fundament können Fehler und Enttäuschungen vermieden werden. Wir schaffen die Basis für dein nachhaltiges Projekt und Lebenshofführung in Freude!

Marianne mit Momo

Hallo, ich bin Marianne

Als intuitive, hochsensible Impulsgeberin liegt mein Fokus darauf, Menschen mit der Natur und ihrem höchsten Selbst zu verbinden. 

„Im Einfachen das Wunderbare erkennen“

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