Pferdehaltung im Sommer – die besten Tipps bei Hitzestrapazen

1.Aug 2023 | Tieraromatologie+Tierhaltung

Der Sommer ist eine wundervolle Zeit, aber für unsere Pferde eine echte Herausforderung! „Sind ja nur eine paar Wochen“, hört man viele sagen. „Das schaffen die schon.“ Ja, sie schaffen das, aber die Sommer-Hitze zehrt an ihren Kräften. Und je öfters wir das Pferd solchen Strapazen ungeschützt aussetzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann im Herbst schwächeln. Genau wie wir, haben auch die Pferde gewisse Reserven, doch sollte man nicht übersehen, diese auch regelmäßig aufzufüllen.
Auf dem Beitragsfoto siehst du unsere 3 Pferde nach der Hitzeperiode. Nach wochenlangen Strapazen konnten sie endlich an einem Regentag entspannt draußen ausruhen.
Wie du dein Pferd fit und stark durch den Sommer bringst, erfährst du in den nachfolgenden Tipps.

Sonnen- und Insektenschutz

Die Pferde sollten immer die Möglichkeit haben, sich in den Schatten zurückzuziehen. Das können Bäume sein, unter die sie sich stellen oder Weidezelte, die dann am besten im Schatten stehen. Hat man Waldflächen für die Pferde, ist das genial. Ein kühler, am besten abgedunkelter, gemauerter Stall ist im Sommer am angenehmsten für die Tiere. Denn hier sind keine Insekten und es ist schön kühl. Offenstallhaltung bringt mit sich, dass die Pferde selber wählen können hinauszugehen auf die Weiden oder im Stall zu verweilen. Achtung bei alten oder geschwächten Tieren. Sie merken oft nicht, wie es ihnen geht und da sollte man dann eingreifen und sie aus der Hitze holen und in den Stall bringen. Gerade bei alten Tieren hilft Weiderinde/Mädesüß den Blutfluss in Gang zu halten und der Weißdorn unterstützt den Kreislauf. Auf den Kronrand des Hufes kannst du wunderbar ätherische Öle, wie zum Beispiel den Wacholder auftragen.

Insektenschutzhauben haben sich sehr bewährt, so müssen die Pferde nicht permanent mit dem Kopf schütteln und die lästigen Kriebelmücken stechen nicht in die Ohren. Im Sommer tut es den Pferden gut, die Ohrmuscheln zu pflegen, hierfür eignet sich z.B. eine biologische Ringelblumensalbe.

Bei Fliegendecken muss man darauf achten, dass sich die Kriebelmücken nicht durch die Löcher bohren oder von unten hineinkriechen, denn das ist dann für die Pferde wirklich gemein. Wir nutzen die Fliegendecken seit einigen Jahren aus diesem Grund nicht mehr. Stattdessen stellen wir uns die eigenen Fliegenabwehr-Sprays auf der Basis von reinsten ätherischen Ölen und fettem Pflanzenöl selber her. Abgefüllt in Sprühflaschen ist es einfach anzuwenden, kostengünstig, absolut naturrein und die Pferde lieben es. Obendrein riecht es fantastisch und über das limbische System erreichen die Öle das Gehirn und es kehrt Entspannung ein. Hat das Pferd dennoch Insektenstiche oder Bisse, gibt es ätherische Öle und Salben, die hier lindernd wirken.

Flechte den Schweif deines Pferdes nie ein, es ist von Natur aus so geschaffen worden, damit es sich wehren kann gegen die lästigen Fliegen und Bremsen. Stattdessen lieber öfter den Schweif verlesen und von Knoten befreien.

Sollte die Mähne gar zu dick sein, könntest du diese einflechten, damit mehr Luft an den Hals des Pferdes gelangt.

Schwarzkümmelöl, Salben und Kokosöl eignen sich wunderbar, um markante Stellen wie Gesäuge, Bauchnaht oder Hodenbereich zu schützen. Ich mische immer ätherische Öle hinzu, das bereite ich jeweils schon vor und steht immer griffbereit im Medizinschrank.

Momo und ich geniessen die Atmosphäre im Wald

Fütterung

Hitzeperioden sind sehr kräftezehrend: Sie belasten den Kreislauf, trocknen die Hufe aus, reizen die Haut und die Augen und die Organe haben oft Stress. Wir können das wunderbar abfangen, indem wir ein paar Dinge beachten. Das Gerücht, man solle keinen Hafer füttern, hält die meisten Pferdebesitzer leider davon ab. Der Hafer hat aber sehr viel Kraftstoffe und Mineralien, die den Pferden guttun. Hier empfehle ich ein wundervolles Buch von Maksida Vogt „Artgerechte Pferdefütterung“ – hier werden einige Fehlinformationen ausgeräumt.

Unsere Pferde bekommen ganzjährig frisches Gemüse, Obst, Vitamin C in Form von Hagebutte und diverse Kräutermischungen oder Einzelkräuter je nach Bedarf. Die Pferdeweiden in Deutschland geben längst nicht mehr das her, was früher einmal der Fall war. Es fehlen die Heilkräuter auf den Wiesen, größtenteils steht da nur noch Weidelgras und Klee, also eigentlich Kuhfutter. Hat man eigene Weiden, tut man gut daran, immer einmal wieder nachzusäen, mit kräuterhaltigem Saatgut. Wir füttern im Sommer sehr gerne auch Wassermelone.

Im Stall kannst du eine Mineralbar aufstellen, die ist schnell selbst gemacht und du befüllst sie mit Seealgenmehl, Kupfersulfat, Schwefel, Himalayasalz, grüne Mineralerde und Dolomitgestein. So können die Tiere selber wählen, was sie gerade brauchen.

Immer freien Zugang zu Rauhfutter ist auch während der Sommermonate wichtig. Und während Spaziergängen sollten die Pferde einfach auch frei wählen dürfen, was sie aufnehmen. Ich finde es immer wieder spannend, dass sie genau wissen, was sie gerade brauchen. Das eine Pferd nimmt sich zum Beispiel den Beifuß und den Beinwell unterwegs, weil es Hufprobleme hat. Das andere Pferd wählt den Rainfarn, der als Wurmkraut bekannt ist. Und ja, in den Büchern steht, er sei giftig, aber die Dosis macht das Gift. Und die Pferde wissen ganz genau, wie viel sie essen.

Wasser

Die Wassertränken sollten täglich frisch aufgefüllt werden, vor allem diejenigen, die in der Sonne stehen. Algenbildung geht bei Sommerhitze sehr schnell und Wasser verkeimt in der Sonne recht schnell. Ich lege gerne auch EM-Pipes hinein. Das sind effektive Mikroorganismen in Keramik eingeschwungen.

Eine schöne Dusche mit dem Wasserschlauch lieben viele Pferde, aber auch da darf hineinspüren, ob das Pferd es möchte. Unser Haflinger kann gar nicht genug bekommen von Wasser, das Shetty liebt eine eiskalte Dusche und die Araber-Andalusier-Stute mag es nur ganz selten und das Wasser darf dann nicht zu kalt sein. Nach dem Duschen kurz Wasser abstreifen und nochmals mit einem Pfefferminzspray einsprühen und sie sind wieder voller Energie.

Wenn du ein Hufbad hast oder einen Fluss in der Nähe ist das wunderbar für die Hufe. Ansonsten bleibt nur der Wassereimer oder du machst dir eine Kuhle und füllst diese mit Wasser auf. Das Hufhorn freut sich, wenn es sich vollsaugen kann mit Wasser. Dann werden die Hufe nicht so schnell brüchig und rissig und es sorgt für mehr Elastizität der Hufkapsel. Obendrein freut sich dein Hufpfleger, wenn er nicht „in Stein meiseln“muss.

Pedi und Momo an der Quelle im Wald, eine Wohltat für die Hufe

Training

Viele Pferdehalter sind geplagt von der Idee, sie müssten die Pferde täglich bewegen. Das ist auch gut, nur wenn die Hitze zu groß ist, dann schnapp dir doch einfach dein Pferd und mache eine ausgiebige Waldwanderung im Schatten. So können sie unterwegs Blätter von Bäumen knuspern und gemütlich durch die Gegend schlendern. Nebenbei hast du auch mehr Bewegung und es tut eurer Verbindung gut.

Der Paddock-Trail hat sich so gut bewährt, die Pferde können Tag und Nacht raus und haben visuelle Reize und natürliche Bewegung. Und dann ist es auch o.k., wenn du dein Pferd nicht reitest, stattdessen mehr Zeit in die Pflege investierst. In den kühlen Morgenstunden freuen sie sich meist auch über Bodenarbeit, sofern es die Insektenbelastung zulässt.

Stall

Während der Hitzezeit säubere ich den Stall 2-3 x täglich, damit sich kein Ammoniak bildet und die Luft in den Ställen frisch bleibt. So können die Pferde gut durchatmen, hast du zu staubiges Heu, kannst du es auch befeuchten oder mit Pfefferminzspray besprühen.

Die Pferde selbst besprühe ich auch mehrmals mit Pfefferminzspray (Wasser, Pflanzenöl, ätherisches Pfefferminzöl), sie lieben diese Erfrischung. Damit die Stall-Luft klar bleibt, kannst du einen Diffusor aufstellen und ihn mit erfrischenden ätherischen Ölen befüllen. Den Diffusor verstecke ich immer in einer Kleintierbox, damit die Pferde ihn nicht kaputt machen.

Gummi-Lamellen als Vorhang an den Ein- und Ausgängen haben sich bei uns seit Jahren bewährt, damit die Insekten draußen bleiben. So ist der Stall auch gut belüftet, ohne Zugluft.

Du wirst sehen, wenn du die Pferde den Sommer über stärkst, sind sie auch im Herbst stabil und ihr könnt euch dann gezielt auf die kalte Zeit vorbereiten. Es lohnt sich! Und wenn du gerne mehr erfahren möchtest über Tier-Aromatologie, die Unterstützung deines Pferdes auf natürliche Weise, dann melde dich oder komm direkt zu einem Workshop.

Anton bei 36 Grad im Stall, mit der Nase über dem Wasserdampfvernebler mit Pfefferminzöl


Ich wünsche dir das Beste für dich und dein Pferd.


Hallo, ich bin Marianne

als intuitive, hochsensible Impulsgeberin liegt mein Fokus darauf Menschen mit der Natur und ihrem höchsten Selbst zu verbinden.

 

 

„Im Einfachen das Wunderbare erkennen“

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This website uses cookies. By continuing to use this site, you accept our use of cookies.