Hufrehe – Hoffnung, statt Aufgeben

22. Aug. 2025 | Tierhaltung

Hufrehe ist eine Diagnose, die alle Pferdehalter fürchten. Es ist eine Erkrankung, die das ganze Leben eines Pferdes und auch den Alltag seiner Menschen verändert. Dann heißt es plötzlich: ganz genau hinsehen, einiges anders denken und verändern. Dieser Artikel soll aufzeigen, wie viel Zeit Heilung mitunter braucht und wie wichtig deine ganz persönliche Haltung dabei ist.

Dies ist kein weiterer Fachartikel über Hufrehe. Davon gibt es bereits genug. Ich möchte dir vielmehr Mut machen, diesen Prozess selbstbestimmt und mutig zu begleiten. Pferdehalter dürfen hoffen, dürfen ihrer inneren Stimme vertrauen und ihren eigenen Weg finden. Es ist wichtig, sich nicht von kursierenden Meinungen entmutigen zu lassen, sondern dem Pferd mit Herz, Klarheit und Vertrauen zu begegnen. Denn Hufrehe ist nicht nur eine körperliche Erkrankung – sie bringt auch Botschaften mit sich. Oft spiegelt uns das Pferd etwas über unser eigenes Leben, unsere Haltung oder unser inneres Gleichgewicht. Wer bereit ist, hinzuschauen und diese Spiegelungen anzunehmen, kann nicht nur seinem Pferd helfen, sondern auch selbst wachsen.

Auch bei uns am Lebenshof Naturreich ist ein Pferd an Hufrehe erkrankt. In diesem Artikel möchte ich dich mitnehmen auf unsere Reise der Heilung und unsere Erfahrungen. Ich erzähle dir, wie wir damit umgehen und die Hufrehe unseres Pferdes betreuen. Welchen Pflegeaufwand es bedeutet – und welche kleinen Wunder im Alltag sichtbar werden, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen.

Es ist ein intensiver Prozess und wir begleiten das Pferd auf seinem Weg mit Liebe, Verständnis und mit ganzem Einsatz. Gleichzeitig schenkt uns dieser Weg tiefe Einsichten in Geduld, Achtsamkeit und das, was wirklich zählt, wenn Mensch und Tier gemeinsam durch eine Krise gehen und Herausforderungen meistern.

Was ist Hufrehe?

Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung in den Hufen des Pferdes. Dabei entzündet sich die empfindliche Huf-Lederhaut im Inneren des Hufes, die das Hufbein mit der Hornkapsel verbindet. Schon kleinste Bewegungen können starke Schmerzen verursachen, und oft können betroffene Pferde kaum noch laufen. Die Ursachen liegen meist in nicht artgerechten Haltungsbedingungen und falschem Huf-Trimm. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Hufrehe, die von akuten Reheschüben geprägt ist.

Unter den Begriffen Hufbeinsenkung, Hufbeinrotation, Hufbeinseparation versteht man eine Richtungsänderung der Hufbeinspitze. Zwischen Hufwand und Hufbein, welches im Normalfall fest aufgehängt und von Hornlamellen gehalten ist, besteht dann keine feste Verbindung mehr. Die Hufbeinspitze drückt dann auf die Hornsohle. Die Hufbeinspitze, also Lederhaut und Knochen, können sich dadurch verändern und entzünden.

Dann bildet die Huf-Lederhaut in dem Bereich kein Horn mehr, sondern Wundsekret. Nach einiger Zeit, nach Abnutzung des bodenseitigen Sohlenhornes und Auflösung des knochenseitigen Hornes, drückt die Hufbeinspitze durch die Sohle und es kann zu Hufbeindurchbruch kommen. Heilung wird erreicht, wenn beim Huf durch korrektes Beschneiden die optimale Hufform wiederhergestellt wird. So kann die Huf-Lederhaut wiederbelebt werden und der Hufmechanismus kommt wieder in Gang.

Die Heilung einer schweren Hufrehe kann sehr lange andauern und verlangt dem Pferd sehr viel ab. Pferde sind Fluchttiere, und für sie ist es fatal, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, wegzurennen. Hufrehe belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche des Pferdes.

Über Hufrehe findest du vielfältige Literatur und unterschiedlichstes Gedankengut und kannst dir dein eigenes Bild dazu machen. Meine Empfehlungen sind das Buch von Dr. Hiltrud Strasser “Hufrehe-Laminitis” und die beiden Bücher von Maksida Vogt “Gesunder Huftrimm” und “Artgerechte Pferdefütterung”.

Wenn du die Hufpflege deiner Pferde in deine eigenen Hände nehmen möchtest, dann informiere dich über die Workshops und Ausbildung von Maksida Vogt oder frage dort nach einer kompetenten Hufpflegerin/Hufpfleger. Du brauchst einen Sachkundigen, der dich in dem langwierigen Prozess begleitet.


Manchmal kann auch ein Tier-Gespräch hilfreich sein. Auch wenn du selbst die telepathische Tierkommunikation beherrscht, kann dich eine neutrale Person in manchen Situationen gut unterstützen.

Telepathische Tierkommunikation als Unterstützung

Es gibt vielleicht Zeiten, in denen du die Botschaft deines Pferdes nicht verstehen kannst oder du Fragen hast, auf die du keine Antworten findest. Dann ist ein Tier-Gespräch eine gute Möglichkeit, mehr Verbindung zwischen dir und deinem Tierfreund zu schaffen. Telepathie ist gar nicht so spooky, wie manche Menschen denken. Eigentlich besitzen wir alle telepathische Fähigkeiten, nur haben wir sie unterschiedlich geübt oder ausgeprägt. Es ist ein Gespräch auf Seelenebene, von Wesen zu Wesen und von Herz zu Herz.

Pferde haben eine Seele und sind fühlende Wesen, genau wie wir. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie auch so behandeln. Sie bringen manche Belastungen schon mit, und wenn sie bereits Vorgeschichte haben, kann es sein, dass du das Verhalten deines Pferdes nicht immer richtig deuten kannst. Auch dann hilft die Tierkommunikation für besseres Verständnis. Auch wenn Hufrehe eine körperliche Erkrankung ist, die auch so behandelt werden muss, gibt es doch auch immer psychische Aspekte, die es zu beachten gilt. Damit dein Tier genesen kann, solltest du dein Augenmerk auf seelische Stabilität setzen.

Vier Pferde grasen im Sonnenuntergang
Unsere kleine Mini-Herde hat eine tolle Dynamik entwickelt und sie harmonieren prima.

Diagnose Hufrehe – was nun?

Zwei unserer Pferde waren an Hufrehe erkrankt. Das Pony hat es gut überstanden und die Hufe haben sich auch wieder gut regeneriert. Doch die Andalusier-Araber-Stute Momo leidet noch immer an chronischer Hufrehe. Sie lebt seit 17 Jahren mit uns und wir haben schon viele Lebensstationen gemeinsam durchlebt. Es gab dabei auch drei Jahre, die voller Übergangslösungen und Kompromisse waren, als wir vom Norden des Landes in den Süden umsiedelten. In dieser Zeit haben die Pferde gelitten, denn wir fanden keinen Hof mit genug Weideflächen und mussten die Pferde auf kleine Wiesenflächen begrenzen. Der Boden auf den Paddocks war nicht ideal und die Bewegungsmöglichkeiten waren nicht ausreichend.

Aber diese Zeit war auch für mich sehr herausfordernd und ich konnte die Pferde nicht so stabil stützen, wie es bisher der Fall gewesen war. Dazu kamen Weiden, die übersät waren mit Giftgräsern, und Haltungsbedingungen, die nicht optimal waren. Diese drei Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen bei uns allen. Oberste Priorität hatte also, endlich einen Hof zu finden, an dem die Pferde gut leben und SEIN konnten. Zehn Jahre leben wir nun hier und Momo, die nach einer Hufrehe wieder genesen war, bekam im Winter einen Infekt, der mit Cortison behandelt wurde. Ausgelöst durch das Cortison bekam sie daraufhin einen akuten Hufrehe-Schub und die ganze Misere begann von vorn.

Heilpraktiker, Heiler, Tierärzte, Hufpfleger – ich hatte wirklich einige Fachkräfte zurate gezogen. Doch es war weiterhin ein Auf und Ab mit Momos Zustand. Mal konnte sie wieder galoppieren und dann kamen wieder Phasen, in denen sie kaum gehen konnte. Ich habe selbst eine Ausbildung zur Barhufpflegerin und wirklich sehr viel Praxiserfahrung. Doch es gelang mir einfach nicht mehr, den Umformungshuf von Momo in die richtige Position zu bekommen.

Dazu kam, dass die zurate gezogenen Fachkräfte mich vielfach stark verunsicherten. Jeder hatte eine andere Meinung und eine andere Weisheit für mich. Von gar kein Gras füttern bis 1 kg Hafer am Tag geben war da alles dabei. Von Einschläfern bis dauerhaft Schmerzmedikamente geben hatte so jeder seine eigene Idee. Das ist ja auch alles legitim, denn Hufrehe ist ein hart diskutiertes Thema. Doch ich merkte immer mehr, dass ich auch bei diesem Thema auf meine eigene Intuition vertrauen musste.

So vertraute ich den Tiergesprächen, die ich zuweilen auch von neutralen Personen durchführen ließ, damit ich nichts übersehe. Und ich machte mich auf die Suche, nach einer kompetenten Hufpflegerin, die auf denselben Grundlagen aufbaut, wie ich es tue und die mir mal über die Schulter schauen sollte. Denn meine Ausbildung lag bereits über 30 Jahre zurück.

Über den YouTube Kanal von Maksida Vogt wurde ich auf ihre Bücher aufmerksam und stellte fest, dass sie ihre erste Ausbildung zur Hufpflege im selben Institut gemacht hatte, wie ich. Doch sie hatte weitergeforscht und so viele wunderbare Erfahrungen gemacht, ich konnte ihre Thesen bejahen und mir leuchtete das alles so ein. Umso dankbarer war ich, als ihre ersten ausgebildeten Hufpflegerinnen auf Reisen gingen. Das war genau die Unterstützung, die ich brauchte, um die wirklich sehr verformten Hufe mit einem korrekten Huf-Trimm zu bearbeiten. Engmaschig tauschen wir uns aus und besprechen die Fotos nach meiner Hufbearbeitung.

Egal wie gut deine Hufbearbeitung ist, aus meiner Erfahrung kommst du manchmal an Punkte, an denen dir ein Austausch mit Fachkräften für einen korrekten Huf-Trimm einfach guttut. Du gewinnst wieder mehr Sicherheit und Stehvermögen.

Beim täglichen Spaziergang mit den Pferden

Alltag mit Hufrehe bedeutet intensive Pflege

Der Alltag mit einem Hufrehe-Pferd ist anstrengend und voller Höhen und Tiefen. Ist dein Pferd an einem komplizierten Fall von Hufrehe erkrankt, kann sich die Heilung über längere Zeit hinziehen. Es gibt neben dem korrekten Huf-Trimm noch einige andere Faktoren zu beachten:

  • Ausreichend Weidefläche: Je mehr Fläche du für die Pferde zur Verfügung hast, desto besser. Die alte Regel von 1 ha pro Pferd ist schon ein Anfang, aber das Ziel darf auch mehr sein. Nun, hier bei uns in Bayern ist das gar nicht so leicht zu bekommen, und wir hoffen sehr darauf, bald schon einen Hof mit mehr Weideland zu finden. Pferde sind Wanderer. Sie suchen sich genau die Kräuter, Gräser, Blätter und Rinden, die sie gerade brauchen, und dafür brauchen sie Fläche.
  • Eine Herde: Von einer Herde spricht man eigentlich ab einer Pferdezahl von 6–12 Pferden. Bei uns am Hof sind es seit dem Tod unseres Haflingers Anton lediglich vier Pferde. Sobald wir mehr Flächen haben, dürfen es mehr Pferde werden. Doch seit die Wallache zu uns gekommen sind, entstand ein gewisses Herdengefühl, welches den Zustand unserer Stuten enorm verbessert hat. Sie haben wieder viel mehr Lebensfreude und die Wallache bringen Bewegung in die kleine Mini-Herde.
  • Tägliche Bewegung: Dein Pferd braucht täglich ausreichend Bewegung. Ist keine Herde vorhanden, die die Hufrehe-Pferde bewegt, dann muss das vom Menschen übernommen werden. Natürlich brauchen alle Pferde genug Bewegung, ein Pferd mit Hufrehe aber umso mehr, denn das Hufbein soll in die korrekte Position zurückfinden. Außerdem wollen wir die Hufpumpe aktivieren, damit ausreichend Blutfluss vorhanden ist, die Hufe gut durchblutet sind und gesundes Horn produziert werden kann. Wir wandern, wenn möglich, täglich mit allen vier Pferden. Wir schaffen meist nicht mehr als 1,5–2 h, an den Wochenenden mehr. Besser wären natürlich 3–4 Stunden. Die Pferde genießen diese Zeit immer sehr, und weil wir ihnen intakte Essinstinkte zutrauen, dürfen sie unterwegs auch aussuchen, was sie essen möchten. Es ist so spannend zu sehen, wie jedes Pferd andere Kräuter wählt, wie sie gelegentlich leckere Walderde aufschlecken und welche Blätter von Bäumen sie auswählen. Sie wissen ganz genau, was ihr Organismus benötigt.
  • 24/7 Zugang zur Weide: Auch wenn genau das Gegenteil überall verbreitet wird, haben die Pferde immer Zugang zu den Weiden. Wenn wir aufgrund von Nässe einzelne Wiesen sperren müssen, bleibt ihnen dennoch ein Paddock-Trail, auf dem sie sich immer bewegen und auf dem sie auch grasen können.
  • Durchdachte Fütterung: Wir achten sehr genau auf eine ausgewogene Ernährung aller Tiere. Die Pferde bekommen ausgewählte Kräuter, ganzen Hafer, Obst, Gemüse, Blätter von verschiedenen Bäumen, Rinden, Obstbaumschnitt, eine Auswahl von frisch gequetschten Saaten, Natur-Mineralsteine in der Mineralbar zur freien Verfügung, 24/7 Heu, Algen, Eicheln usw. Ein Pferd, das an Hufrehe erkrankt ist, braucht wahnsinnig viel Energie und Kraft für die Prozesse im Körper. Es wäre fatal, sie jetzt auch noch im Futter zu begrenzen, aber über diesen Irrglauben findest du wertvolle Hinweise in dem oben empfohlenen Buch „Artgerechte Fütterung“.
  • Hufschuhe für extreme Phasen: Es ist am besten, wenn der Huf Bodenkontakt hat und sich so am besten ausdehnen kann. Allerdings kann es auch Phasen geben, in denen Hufschuhe sehr praktisch sind. Besser dein Pferd trägt für kurze Zeit Hufschuhe und bewegt sich, als dass es im Stall stehenbleibt und gar nicht läuft. Auch Hufschuhe sind eine Wissenschaft für sich, am besten lässt du dich von Fachleuten beraten. Wir haben zwei verschiedene Modelle, je nach Bedarf.
  • Aufmerksamkeit und tägliche Beobachtung: Niemand ist perfekt und oft sind wir einfach mit uns selbst beschäftigt oder es gibt nebst dem Rehepferd noch weitere Herausforderungen. Dann kann es sein, dass wir nicht die volle Aufmerksamkeit auf das Pferd haben. Grundsätzlich ist es aber von Vorteil, die Veränderungen am Pferd wahrzunehmen. Denn dann kannst du schnell reagieren, wenn etwas anderes gebraucht wird. Ich nehme mir täglich Zeit, das Pferd zu massieren oder zu bürsten. Dabei bemerke ich sofort, wenn etwas auffällig wäre, und kann sofort reagieren.
    Wir dürfen aber auch aufpassen, dass wir das Pferd auch freilassen und ihm zutrauen, dass seine Selbstheilungskräfte in Kraft treten. Es ist also beides wichtig: Aufmerksam sein in der Wahrnehmung und aber auch loslassen und sich aus dem System des Pferdes herausnehmen. Vor allem unsere Ängste nutzen im Prozess der Heilung wenig.
  • Pflegeaufwand: Die Muskulatur eines Rehe-Pferdes ist oft sehr verkrampft und das bereitet zusätzliche Schmerzen. Ich habe mir dafür einen Neurostim von Overo besorgt, damit kann ich etwas auflockern. Massagen oder Hands-on-Healing sind immer von Vorteil und das Pferd nimmt es meist dankbar an.
    Manchmal braucht es Naturheilkunde, Homöopathie, ätherische Öle oder Kolloide – du kannst es austesten lassen, damit du nicht unnötig vieles in den Organismus bringst. Manchmal ist weniger einfach mehr.

    Wenn du zum Beispiel 6 -10 Gaben täglich zu geben hast, dann musst du dir diese Zeit auch einplanen. Ich schreibe mir immer Behandlungspläne und stelle Körbchen bereit für jedes Tier, damit ich alles gleich griffbereit habe.
  • Huftrimm: Entzündliche Prozesse im Huf fordern korrekten Huf-Trimm in kurzen Zeitabständen, das kann schon mal eine Zeit lang alle 5 Tage sein. Es kann Tage geben, an denen dein Pferd nicht stehen oder die Hufe nicht aufgeben kann. Dann kann es schon mal sein, dass du warten musst, bis das Pferd liegt, und dass du im Liegen die Hufe bearbeiten musst. Ich schreibe mir die Tage immer in den Kalender, damit ich es nicht vergesse. Allerdings habe ich sie auch gut im Blick und erkenne, wann es früher oder später einen Trimm braucht.
  • Bodenbeschaffenheit: Der Bodenbelag in den Stallungen und Paddockbereichen ist essenziell bei Hufrehe, denn um das Hufbein in die richtige Position zurückzubringen, braucht es einen gewissen Widerstand beim Auffussen und sollte nicht in einen zu weichen Boden einsinken. Wir haben aktuell auch gerade die Beläge im Paddock optimiert, wie du im “12-von-12 im August alles für die Pferde“ lesen kannst.
  • Entspannung: Es ist wichtig, sich immer wieder für Entspannung einzusetzen, denn die Heilung einer Hufrehe braucht so viel Kraft. Das drückt oft sehr auf das Gemüt des Pferdes, nicht selten werden sie depressiv. Ich gebe gerne ab und eine Leckerei wie eine Banane oder einen Apfel und besuche sie öfter auf der Weide oder wo das Pferd gerade ist. Ich streichle sie viel, rede ihr gut zu, bürste sie viel, massiere sie oder lasse sie aus der Hand heraus ätherische Öle inhalieren. Rose und Vanille lieben sie fast alle, oder ein Tupfer verdünntes Jasminöl. Gerne bereite ich eine Mischung aus Basisöl und ätherischen Ölen, die schmerzlindernd wirken das tut dem Pferd so gut. Baumöle wie Schwarzfichte können so kraftvoll sein oder Lorbeeröl. Dabei beobachte ich aber immer sehr genau, wie stark die Schmerzen des Pferdes sind. Es kann Zeiten geben, an denen sie mehr Unterstützung brauchen. Ich greife dann gerne zu CBD-Öl ohne THC, das wirkt sehr entspannend und entstressend. Meist reicht es ein, zwei Tage, und das Pferd ist wieder über eine Bergspitze gegangen und lockert sich wieder. Wenn du dir unsicher bist, ziehe einen Heilpraktiker oder den Tierarzt deines Vertrauens hinzu.
Immer wieder loslassen und sie einfach Pferd sein lassen – so kann Heilung geschehen

Das Pferd in der Heilung begleiten

Um das Pferd in der Heilung begleiten zu können, braucht es manchmal ganz viel Geduld. Und es kann schon sein, dass dir die Puste auch mal ausgeht. Dass du genervt bist, keine Hoffnung mehr hast oder verzweifelst. Dann sei nicht zu hart mit dir. Wir sind keine Übermenschen und haben ja auch selbst unsere eigenen Themen.

Doch generell bist du jetzt gefragt, eine positive Grundhaltung an den Tag zu legen. Hol dein Pferd aus der Depression, gib ihm Pferdefreunde an seine Seite, bringe es raus, wenn es lethargisch im Offenstall steht. Muntere es auf, beschäftige es, auch wenn es nicht geritten werden kann und auch nicht in der Lage ist, Bodenarbeit zu machen. Wichtig ist, dass du es nicht vergisst. Gerade jetzt braucht es dich. Sprich ihm Mut zu, es wird dich hören.

Die meisten Pferdehalter können nur ein Pferd haben, und wenn dieses dann nicht mehr reitbar ist, trifft der eine oder andere doch die Entscheidung, es einzuschläfern und sich ein gesundes Pferd zu kaufen. Wir dürfen alle lernen, dass Pferde nicht dazu geboren sind, geritten zu werden. Im Grunde ist ihr Rücken gar nicht dafür geeignet, Lasten zu tragen. Spaziergänge und Wanderungen mit Pferden sind so wohltuend für beide Seiten, bringen Spaß und sind heilsam. Wir dürfen unserem erkrankten Tierfreund in dieser Phase des Lebens nun etwas zurückgeben.

Marianne mit dem braunen Pferd, sie kniet am Boden und streichelt sanft
Sie spiegeln uns oft unsere eigenen Themen wider, wenn wir unsere Schritte tun, empfinden sie Erleichterung.

Aus Spiegelungen des Pferdes lernen

Tiere sind auch unsere Spiegel. Sie helfen uns auf diese Weise, dass wir uns weiterentwickeln und unsere ganz persönlichen Schritte gehen. Momo hat mir schon so viel gespiegelt – ich habe von diesem Pferd bereits so unglaublich viel lernen dürfen. Und so weiß ich, es ist eine Gnade, mit Pferden leben zu dürfen. Momo hatte immer wieder Phasen, in denen sie richtig gut laufen konnte. Und dann gab es wie aus dem Nichts plötzlich wieder einen Rückfall. Auch in der Tierkommunikation hat sie mir immer wieder mitgeteilt, dass sie von mir geheilt werden will. Dass ich meine inneren Schritte gehen soll und dass dann, wenn ich losgehe, auch sie wieder gehen wird.

Wir haben Verantwortung für all die Wesen, die mit uns leben, und wir sind alle mit allen verbunden. Es war immer so spannend zu sehen, dass immer dann, wenn ich aufgestanden und für mich eingestanden bin, auch sie stark war und gut laufen konnte. Just in dem Moment, in dem ich wieder umgekippt bin und einen Rückzieher gemacht habe in meinem Wirken, fiel auch sie zurück und konnte keinen Schritt gehen.

Mir ist meine große Verantwortung für dieses besondere Juwel Momo so sehr bewusst und ich wünsche mir, dass ich ihr die ganze Last abnehmen kann. So geht es auch darum, sich selbst zu befreien, um dann die Pferde befreien zu können. Pferde sind großartige Wesen und in unseren Breitengraden müssen sie meist sehr beengt leben. Geben wir ihnen so viel Freiheit, wie wir derzeit nur können, zurück. Sie sind für die Freiheit geboren, für Herdenleben, sozial, wild, kräftig, stolz und noch so viel mehr.

Auch wenn die Pferdehaltung immer irgendwie ein Kompromiss ist, können wir versuchen, das Beste für sie herauszuholen. Mit etwas Fantasie können wir aus langweiligen Koppeln einen Paddock-Trail zaubern, der interessant für sie ist und ihnen zu jeder Jahreszeit Bewegung ermöglicht. Wir können die Bodenbeläge im Stall und Paddock verbessern. Wir können ihnen Artgenossen geben.

Vielleicht galloppiert dein Pferd schon bald wieder leichtfüssig durch die Gegend,

Sei mutig und gib nicht auf

Bei einer massiven Hufrehe-Erkrankung kann dir vielleicht niemand so genau sagen, ob dein Pferd wirklich wieder vollkommen gesund wird. Aber du solltest nie den Mut verlieren und einfach alles daran setzen, dass Heilung geschehen kann. Wunder geschehen immer wieder, ich habe schon so viele solcher Wundermomente erlebt und weiß: Alles ist möglich. Höre immerzu auf deine Intuition, denn dein Bauchgefühl führt dich und es führt dich auch zu den richtigen Leuten, wenn du Unterstützung brauchst.

Ich persönlich bin voller Hoffnung, dass unsere Momo wieder ganz gesund wird. Sie hat noch einen Weg vor sich, aber wir werden alles tun, um sie in der ganzheitlichen Heilung zu unterstützen. Sie ist so ein wundervolles Wesen, und ich freue mich schon heute, wenn sie irgendwann wieder durch die Gegend galoppiert und endlich mit ihrem neuen Liebling Corazon mithalten kann. Momo war immer ein wahnsinnig schnelles Pferd. Für sie ist es besonders hart, nicht galoppieren zu können, ist sie doch früher immer herumgerast wie eine Wilde.

Sei bereit, gemeinsam mit deinem Pferd zu wachsen und zu reifen, und sieh genau hin. Auf dich, auf die Gegebenheiten und auf dein Pferd. Es spricht zu dir, und wenn du dabei Unterstützung möchtest, dann buche dir gerne ein Tier-Gespräch. Lass dich nicht von außen beirren und dich verunsichern, wenn Menschen mit ihren alten Glaubenssätzen dein Wirken infrage stellen. Bleib selbstbestimmt, verantwortungsvoll, wach, standhaft, ehrlich, positiv, mutig, fleißig, fantasievoll und glaube an Wunder.

Ich habe mit den Tieren am Lebenshof schon oft kleine Wunder erlebt und bin sehr dankbar dafür. Ich erinnere mich an ein Röntgenbild von Momos Huf, das einen Riss durch das ganze Hufbein zeigte. Der Tierarzt wollte einschläfern oder zumindest für den Huf eingipsen und 3–6 Monate Box, also Käfighaltung, verordnen, so klein, dass sie sich drehen können sollte. Das war für mich keine Option und schon gar nicht für dieses Pferd. Schwer war es, zu argumentieren und meiner Intuition wirklich 100 Prozent zu vertrauen.

Wir einigten uns darauf, dass er mir noch eine Nacht Zeit lässt für die Entscheidung. Ich habe, glaube ich, alle Engel „vom Himmel gebetet“ in dieser Nacht und dem Universum gesagt: Ich brauche jetzt ein Wunder! Am Morgen ging ich ganz früh zu ihr in den Stall, und siehe da: Es war kein Hufbeinbruch – es war ein Abszess, und dieser war genau an diesem Morgen geplatzt. Der Eiter floss wie ein Rinnsal aus dem Huf und das Pferd konnte wieder auffußen. Der Tierarzt konnte es kaum glauben.

Ich war so dankbar, einfach nur dankbar und glücklich. Daraus hatte ich wieder einmal gelernt, dass die Dinge manchmal ganz anders sind, als uns das unser Auge sagt. Selbst ein Röntgenbild ist nicht immer eindeutig und absolut zu sehen. Wenn du ein Pferd in der Heilung begleitest, ist es wichtig, dass du auch auf deine Verfassung achtest.

Ich stärke mich immer mit ätherischen Ölen, achte auf Entspannungsphasen für mich, gutes Essen und Schlaf. Wenn es nachts nicht möglich ist, dann ruhe ich mich tagsüber kurz aus. Ein Powernapping reicht manchmal schon. Du brauchst Kraft, um für dein Tier da zu sein, und gute Nerven. Deshalb schaue ich auch, dass ich die wichtigsten Vitamine intus habe, die meine Nerven brauchen, und nehme auch gerne Magnesium.

Die meisten Menschen können den Anblick eines Tieres, das leidet, kaum ertragen. Das ist einerseits ja gut, denn so wird schnell geholfen. Aber es gibt Krankheiten, die einfach lange dauern, bis sie ausgeheilt sind. Nur weil wir den Anblick nicht ertragen können oder uns Sorgen machen, was die Leute denken, wenn sie das Pferd so sehen, sollten wir nicht vorschnell zur Schmerzmedikation greifen.

Schmerzmittel belasten den ohnehin schwachen Organismus des Pferdes zusätzlich. Hier gilt es wirklich abzuwägen und sich kundig zu machen, welche natürlichen Unterstützungen wir geben könnten. Weiderinde ist zum Beispiel sehr hilfreich, wenn man sie als Sud zubereitet und mindestens 3 × täglich verabreicht. Hervorragende Beratungen hierzu macht die Firma Pernaturam. Ein guter Heilpraktiker an deiner Seite kann dich stützen und dir beim Abwägen helfen, wenn du unsicher bist.

Sollten die Bedingungen bei dir am Stall gar nicht ausreichen, gibt es auch die Option, dein Pferd in eine spezielle Hufklinik zu bringen. Dort sind bessere Bedingungen und eine Herde, die dein Pferd bewegt, denn Bewegung ist auch in schmerzhaften Phasen wichtig.

Heilung möglich werden lassen

Ich kann dir zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht sagen, ob unsere Momo wieder ganz gesund werden wird. Doch ich möchte alles tun, damit Heilung möglich sein kann. Also bleibe ich weiterhin positiv und sehr geduldig. Einen Schritt nach dem anderen gehen wir gemeinsam und bringen immer wieder Freude ins Spiel. Und ja, es kostet viel Zeit und Anstrengung, ein Pferd in dieser Zeit zu begleiten. Aber es gibt keine Zufälle, wir lernen und wachsen daran und dürfen uns weiterentwickeln.

Wir versuchen die Lebensbedingungen weiterhin zu optimieren und entwickeln Ideen. Momo ist sehr glücklich über die Anwesenheit der beiden Wallache und ihrer Freundin Pedi. Eine kleine, aber feine Herde, die sie immer wieder motiviert, zu laufen. Auf den täglichen Wanderungen hat sie Freude, genießt die Gegend und macht kulinarische Streifzüge. Weiterhin bleiben wir an einem korrekten Huf-Trimm dran und freuen uns über kleine und hoffentlich bald große Fortschritte. Sie wird nie mehr geritten und darf stattdessen am Boden spielerisch mit uns wirken. Natural Horsemanship am Boden hat sie immer schon geliebt. Wenn Menschen pferdisch sprechen, macht es einfach mehr Spaß. 😉

Marianne mit Momo

Hallo, ich bin Marianne

Als intuitive, hochsensible Impulsgeberin liegt mein Fokus darauf, Menschen mit der Natur und ihrem höchsten Selbst zu verbinden.

“Im Einfachen das Wunderbare erkennen”

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